Test: City-Baustellen im europäischen Vergleich
Europäische Automobilclubs haben Baustellen in Großstädten unter die Lupe genommen. Das Ergebnis nach dem Blick auf 57 Nadelöhre in den Metropolen fällt positiver aus als erwartet
- Matthias Nauman
München, 16. September 2010 – Sechzehn europäische Automobilclubs, darunter der ADAC, haben erstmals Baustellen in Großstädten unter die Lupe genommen. Das Ergebnis nach dem Blick auf 57 Baustellen in zwölf europäischen Städten fällt positiver aus als erwartet. Europaweiter Testsieger ist eine Baustelle in Brüssel, der Verlierer wurde in Madrid ermittelt. Die beiden deutschen Kandidaten Berlin und München haben insgesamt gut abgeschnitten. Untersucht wurden der Verkehrsfluss, die Verkehrsführung, die Beschilderung und Markierung sowie die Informationen für Betroffene. Pro Stadt standen in der Regel fünf Baustellen auf dem Prüfstand.
Probleme bei Verkehrsführung und Beschilderung
Überraschend für die Tester war, dass hartnäckige Staus relativ selten festgestellt wurden. Bei mehr als der Hälfte der Objekte war die Beeinträchtigung für den Verkehrsfluss relativ gering. Probleme wurden aber bei der Verkehrsführung registriert. Häufig gab es zu viele Gefahrenstellen für Fußgänger, Radfahrer und Autofahrersowie unsichere Zu- und Abfahrten für Baufahrzeuge. Am schlechtesten fielen die Ergebnisse beim Thema Beschilderung und Markierung aus. Gut ein Drittel der Baustellen fiel hier glatt durch.
Test: City-Baustellen im europäischen Vergleich (6 Bilder)

Testsieger: Der Boulevard de la Grande Ceinture in Brüssel mit auffälliger Baustellenankündigung und eindeutiger Verkehrsführung
Berliner Invalidenstraße erhielt "gut"
Bei den deutschen Kandidaten reichten die Bewertungen von "sehr gut" bis "ausreichend" – keine fiel durch. Beste Berliner Baustelle war die Invalidenstraße mit der Gesamtnote "sehr gut", Schlusslicht wurde mit "ausreichend" die Wollankstraße. Hauptkritikpunkt war hier der schlechte Verkehrsfluss. In München ganz vorne lag die Schleißheimer Straße mit "gut". Am Ende der Wertung findet sich der Georg-Brauchle-Ring mit dem einzigen "ausreichend" für die bayerische Landeshauptstadt. München lag übrigens in puncto Verkehrsführung europaweit an der Spitze.
Madrid: Staus und Chaos
Die Siegerbaustelle in Brüssel zeichnete sich unter anderem durch eine sehr auffällige Ankündigung und eine exzellente Verkehrsführung aus. Beim Verlierer in Madrid gehörten Staus und Chaos hingegen zum Alltag. Besonders negativ fielen in der spanischen Hauptstadt die gleichzeitige Verringerung und Verschwenkung von Fahrspuren ohne jede Markierung auf. (imp)