Intels Mobilprozessor Pentium M aufgebohrt

Der Pentium M 765 mit 2,1 GHz, hergestellt im 90-nm-Prozess, arbeitet mit dem aktuellen Dothan-Kern mit 2 MByte L2-Cache und FSB400-Verbindung zum Chipsatz.

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Kurz nach den Preissenkungen der Mobilprozessoren erweitert Intel die Palette und stellt am heutigen Donnerstag den Pentium M 765 mit 2,1 GHz vor. Es handelt sich um den aktuellen Dothan-Kern mit 2 MByte L2-Cache und FSB400-Verbindung zum Chipsatz in 90-nm-Fertigung. Bisher war der Pentium M mit maximal 2 GHz lieferbar.

Der Dothan-Kern gilt als sehr energieeffizient. Unter Volllast benötigt er gerade einmal 21 Watt und erzielt etwa die Geschwindigkeit eines Pentium 4 mit 50 Prozent höherem Takt. Bei auf 600 MHz reduziertem Takt sinkt die Leistungsaufnahme auf 7,5 Watt, ohne Last sogar auf 3,2. Der Pentium M 765 soll für OEM-Kunden bei Abnahme in 1000er-Stückzahlen 637 US-Dollar kosten, so viel wie das bisherige Spitzenmodell vor der Preissenkung.

Zum Centrino-Paket gehören weiterhin der Chipsatz i855GME oder i855PM sowie ein WLAN-Modul. Der Pentium M läuft auch mit Chipsätzen wie von ATI oder SiS, doch meist kommen die i855er zum Einsatz, weil so die Hersteller ihr Notebook mit dem werbewirksamen Centrino-Aufkleber verzieren dürfen. Während anfangs nur ein WLAN-Modul mit 802.11b verfügbar war, liefert Intel mittlerweile auch das 11b/g-Modul PRO/Wireless 2200BG und das Dual-Band-Modul PRO/Wireless 2915ABG für 802.11a/b/g aus.

Anfang nächsten Jahres will Intel den Frontside-Bus des Pentium M auf FSB533 beschleunigen. Der dazugehörige Chipsatz wird wohl Alviso sein, der als zusätzliche Neuerungen PCI Express, DDR2 und ExpressCards bringen wird. Mitte nächsten Jahres sollen die ersten Dual-Core-Versionen des Dothan zu sehen sein.

Alternativen für laufzeithungrige Anwender gibt es derzeit kaum: AMDs sparsamster Mobile Athlon 64 Low-Voltage hat eine um 66 Prozent höhere maximale Leistungsaufnahme von 35 Watt. Mit auf 800 MHz reduziertem Takt benötigt er 12 Watt (60 Prozent mehr), im Idle-Modus etwa 4,4 Watt. Ein Datenblatt zur 90-nm-Version Oakville fehlt auch noch einen Monat nach dessen Vorstellung. Zudem ist nur ein Notebook mit ihm verfügbar. Die DTR- und Normalversionen des Mobile Athlon 64 haben zwar ohne Last ebenfalls eine Leistungsaufnahme von etwa 5 Watt, doch haben wir bisher noch kein Athlon-64-Notebook mit deutlich mehr als drei Stunden Laufzeit gesehen -- viele Pentium-M-Geräte erreichen hingegen locker vier Stunden.

Die Hersteller von Notebooks mit dem interessanten Transmeta Efficeon trauen sich mit Modellen wie dem Sharp Actius MP30 (laut Hersteller 4,6 Stunden Laufzeit bei 1,4 kg Gewicht, 1,6 GHz Takt und aktiviertem NX-Flag) weiterhin nicht nach Europa.

Eine Übersicht über viele aktuelle Notebooks, auch mit Pentium M, bringt die c't 22/04 (derzeit am Kiosk). (jow)