Elektro-Roller Zero LS1: Günstiger Einstieg

LS1 heißt der erste Roller von Zero aus Kalifornien. Für 5185 Euro fährt er mit ABS und Schlupfregelung 100 km/h. Gegen Aufpreis fährt er bis zu 173 km weit.

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Zero LS1

(Bild: Zero)

Lesezeit: 4 Min.
Von
  • Ingo Gach
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This article is also available in English. It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.

Nachdem die kalifornische Marke Zero 18 Jahre lang nur Motorräder gebaut hat, kommt mit dem LS1 nun ihr erster Roller auf den Markt. Im Gegensatz zu vielen Start-ups und jungen Elektro-Marken darf beim LS1 davon ausgegangen werden, dass die Technik ausgereift ist. Da der Elektromotorradmarkt einfach nicht in Schwung kommt, aber vor allem in Asien Millionen Elektroroller verkauft werden, ist der LS1 ein sinnvoller Schritt von Zero.

Elektroroller

Das Design des LS1 besticht durch glatte Flächen, wirkt elegant und eigenständig. Die Front fällt im 45-Grad-Winkel vom Lenker zum kleinen LED-Spot ab, über dem sich ein breites LED-Tagfahrlichtband spannt. Auch das Heck zeichnet sich durch geschlossene Flächen aus. Eine dicke Sitzbank verspricht hohen Komfort. Das fünf Zoll große TFT-Display kann mit dem Smartphone gekoppelt werden und zeigt eine Menge Informationen, einige von ihnen aber ziemlich winzig. Der Fahrer hockt in 780 mm Höhe und muss 132 kg Leergewicht handhaben.

Zero LS1 (6 Bilder)

Zero hat mit dem LS1 seinen ersten Elektroroller präsentiert. (Bild:

Zero

)

Der LS1 rollt auf einem 14-Zoll-Rad vorn, hinten sind es 13 Zoll, passend für die nötige Stabilität im Geradeauslauf, immerhin erreicht der Zero 100 km/h Höchstgeschwindigkeit. Das Handling dürfte bei einem Radstand von 1330 mm und einem Nachlauf von 90 mm agil bleiben. Die Federwege betragen vorn 109 mm, hinten sind es 104 mm – im Roller-Segment ordentliche Werte, die guten Komfort versprechen.

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Verzögert wird der LS1 mit Scheibenbremsen mit einem schwimmend gelagerten Doppelkolben-Bremssattel am Vorderrad und einem Einkolbensattel hinten. Der LS1 verfügt über ABS und nicht wie etliche andere A1-Klasse-Roller nur über ein kombiniertes Bremssystem. Zero geht sogar noch einen Schritt weiter und spendiert seinem Roller eine Schlupfregelung. Angetrieben wird der LS1 von einem günstig mittig montierten 8,4 kW leistenden Elektromotor, der über einen Zahnriemen maximal 240 Nm Drehmoment am Hinterrad erzeugt.

Die beiden herausnehmbaren Batterien verstecken sich im Boden des Trittbretts und liefern zusammen 3,72 kWh Strom. Sie können dank eines integrierten Ladegeräts an der Straße aufgeladen oder entnommen und in der Wohnung an der Steckdose geladen werden.

Zero LS1 Details (8 Bilder)

Das fünf Zoll große TFT-Display zeigt viele Informationen an, manche allerdings etwas klein. (Bild:

Zero

)

Zero gibt die Mindestladedauer von null auf 90 Prozent mit 4,5 Stunden an. Das aufpreispflichtige Schnellladegerät kann die Zeit auf bestenfalls 2,6 Stunden verkürzen. Wenn man die Sitzbank hochklappt, eröffnet sich ein großer Stauraum, der auch für eine Verlängerung der Reichweite genutzt werden kann: Der Anschluss für eine optionale dritte Batterie ist dort bereits vorgerüstet. Der Stauraum ist so groß, dass selbst ein Helm darin Platz hat. Zero gibt die Reichweite bei zwei Batterien für den kombinierten Stadt-/Autobahnbetrieb bei maximal 89 km/h mit 115 km an. Bei drei Batterien erhöht sich die Werksangabe auf 166 km, im reinen Stadtbetrieb auf 173 km.

Zero hat sich einiges gegen Diebstahl einfallen lassen. Ein mechanisches Lenkerschloss stellt die erste Verteidigungslinie dar. Nach zehn Sekunden oder sobald der Funkschlüssel außer Reichweite ist, verriegelt sich der Roller automatisch. Das kennt man in dieser Form bereits. Neu ist folgendes Feature: Auf jeden Versuch, den LS1 zu bewegen, reagiert der Motor mit Drehmomentimpulsen, die das Hinterrad für je fünf Sekunden blockieren. Dieser Vorgang wiederholt sich alle drei Meter Bewegung, um Langfinger abzuschrecken.

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Gefahren werden darf der LS1 mit Führerscheinklasse A1 oder B196, eröffnet also auch Autofahrern die Möglichkeit, lokal emissionsfrei auf zwei Rädern zu pendeln, ohne eine Motorradfahrprüfung ablegen zu müssen. Zero bietet den LS1 ab 5185 Euro in den Lackierungen "White Pearl" und "Dark Silver" an. Für einen Elektroroller, der 100 km/h erreicht und eine gute Ausstattung bietet, wie beispielsweise die deutlich teurere Govecs Schwalbe (Test), ist das ein fairer Preis. Über die Homepage lässt sich der Zero LS1 gegen Anzahlung von 100 Euro bereits reservieren. Einen Auslieferungstermin will Zero demnächst nennen.