Kaufprämie für Elektroautos soll auch rückwirkend gezahlt werden
Lange wurde um Details gestritten, nun soll feststehen, wer welchen Zuschuss beim Kauf eines Elektroautos bekommen kann.
Im vergangenen Jahr gehörte der VW ID.7 (Test) zu den meistverkauften Elektroautos in Deutschland. Dieser Erfolg geht allerdings vor allem auf gewerbliche Zulassungen zurück.
(Bild: Florian Pillau / heise Medien)
- Martin Franz
- mit Material der dpa
Ende 2023 wurde die Kaufprämie für private Käufer von Elektroautos von der damaligen Bundesregierung recht abrupt eingestellt. Für gewerbliche Zulassungen, die in Deutschland rund zwei Drittel aller Erstzulassungen ausmachen, entfiel sie schon im September 2023. Die aktuelle Koalition hatte im Herbst 2025 angekündigt, den Kauf eines Elektroautos wieder finanziell zu unterstützen. Über Monate arbeiteten die drei Parteien an der Ausgestaltung. Heute (16. Januar) sollen die Details vorgestellt werden.
Wer beim Kauf eines Elektroautos auf staatliche Förderung setzt, muss noch ein paar Tage auf letzte Details warten. Anders als angekündigt informiert Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) doch nicht an diesem Freitag über die neue Kaufprämie. Der Termin wurde auf den 19. Januar verschoben. Zur Begründung verwies das Umweltministerium auf „letzte Detail-Abstimmungen“ innerhalb der Bundesregierung.
Auch rückwirkend
Bestimmte Autokäufer in Deutschland können für in diesem Jahr neu zugelassene E-Autos auf eine neue Kaufprämie bauen. Sie soll rückwirkend für E-Autos gelten, die seit dem Jahreswechsel erstmals zugelassen wurden, wie die Bild berichtet. Je nach Einkommen, Familienstand und weiteren Kriterien sollen demnach Zuschüsse zwischen 1500 und 6000 Euro möglich sein. „Die Mittel reichen für geschätzt 800.000 Fahrzeuge in den nächsten drei bis vier Jahren“, sagte Bundesumweltminister Carsten Schneider der Zeitung. Er sehe das Programm als Anschub für die heimische Branche, die starke Elektroautos im Angebot habe, meint der SPD-Politiker.
Grenze bei 80.000 Euro Haushaltseinkommen
Die neuen, milliardenschweren Kaufanreize sollen insbesondere Haushalten mit kleinem und mittlerem Einkommen zugutekommen sollen. Für Familien mit Kindern soll es demnach mehr Geld geben. Die festgelegte Einkommensgrenze liegt bei 80.000 Euro zu versteuerndes Haushaltsjahreseinkommen. Bis Autokäufer die neue Prämie beantragen könnten, dürften noch einige Monate vergehen. Es müsse erst ein entsprechendes Portal freigeschaltet werden, heißt es in der Bild. Anträge könnten voraussichtlich ab Mai 2025 gestellt werden.
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Auswirkungen ungewiss
Ungewiss ist, wie sich die Prämie auf die tatsächlich zu zahlenden Preise am Markt auswirken wird. Marktführer VW räumt seit geraumer Zeit einen „ID. Kaufprämie“ genannten Rabatt auf den Listenpreis ein, der bei bis zu 5000 Euro liegt. Dieser Nachlass ist befristet bis zum 31. März 2026. Das gilt auch für Toyotas Deutschlandprämie, bei der ein Rabatt, wie bei VW abhängig vom Modell, von ein paar Tausendern möglich ist. Da die Hersteller einen Teil der künftigen Kaufprämie wieder übernehmen müssen, ist davon auszugehen, dass die bestehenden Nachlässe unter neuem Namen fortgeführt werden. Denn die Hersteller wollen schließlich auch weiterhin jene Kunden anlocken, deren zu versteuerndes Jahreseinkommen bei mehr als 80.000 Euro liegt.
(mfz)