Open Source gegen den Klimawandel

Es gäbe also ein einfaches, wirksames Mittel, um den notwendigen Technologieschub für eine echte Klimarevolution zu leisten: Die Offenlegung der wichtigsten Cleantech-Patente.

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Klimawandel? War da was? Draußen ist knackekalter Winter und die Welt interessiert sich eh nur noch für Wikileaks. Während ich diese Zeilen schreibe, ist bereits absehbar, dass der Klimagipfel in Cancun ohne greifbare Resultate zu Ende gehen wird. Man braucht wahrlich kein Prophet zu sein, um das vorherzusehen. Ich bewundere immer wieder die Coolness, mit der führende Klimaforscher über Kippelemente im Klima reden, um dann in der nachfolgenden Diskussion zu erklären, dass die politischen Maßnahmen gegen den Klimawandel überhaupt nicht ausreichen. Soll heißen: Das politische Ziel, den Temperaturanstieg bis zum Ende des Jahrhunderts auf zwei Grad zu begrenzen, ist höchstwahrscheinlich nicht mehr haltbar. Der Zug ist abgefahren und wir sitzen mitten auf dem Gleis.

Was das mit Technologie zu hat? Na, eine ganze Menge doch - und zwar nicht nur mit dem Design von Turbinenschaufeln und Photovoltaikmodulen. Wie die Kollegen von der Deutschen Welle berichten, stammen nämlich „80 Prozent aller Patente auf Innovationen im Bereich der Anwendung klimaschonender Energien von großen Unternehmen in Japan, Deutschland, den USA, Südkorea, Großbritannien und Frankreich“. Das belege eine Studie vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen, dem Internationalen Zentrum für Handel und dem Europäischen Patentamt (EPA), die sich mit der Rolle des Patentschutzes beim Transfer sauberer Energien befasst. „Dadurch, dass der Norden sein Wissen um regenerative Energien für sich behält, entsteht für die Länder des Südens ein zusätzlicher Nachteil“, zitieren die Kollegen Aileen Kwa vom South Center, einer internationalen Arbeitsgemeinschaft verschiedener Entwicklungsländer.

Es gäbe also ein einfaches, wirksames Mittel, um den notwendigen Technologieschub für eine echte Klimarevolution zu leisten: Die Offenlegung der wichtigsten Cleantech-Patente. Das wäre, wenn ich mir was wünschen darf, doch mal eine ganz andere Nummer als ein paar Botschafts-Depeschen. Das würde wirklich was bewegen. (wst)