Jeep Grand Cherokee: Vierte Generation im Fahrbericht

Ein reines SUV ist der neue Jeep Grand Cherokee nicht geworden. Denn der schwere Wagen zeigt auch im Glände beachtliche Talente. Wir haben den Neuen auf der Straße und abseits davon bewegt

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Von
  • Henry Dinger
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Ein reines SUV ist der neue Jeep Grand Cherokee nicht geworden. Das ist durchaus positiv gemeint, denn der schwere Wagen taugt nicht nur zum Flanieren, sondern hängt im Gelände auch die meisten seiner noblen Konkurrenten ab. Die vierte Generation wird erst seit einigen Wochen in Deutschland verkauft. Wir haben das größte Modell der amerikanischen Marke auf der Straße und abseits davon bewegt.

Seit November 2010 ist das neue SUV beim Händler. Zum Markstart gibt es zunächst nur zwei Benzinmotoren: Einen neuen 3,6-Liter-V6-Motor mit 286 PS und den bekannten 5,7-Liter-V8 mit 352 PS. Wer einen Dieselmotor haben will, muss sich bis Mai 2011 gedulden: Dann kommt ein neuer Dreiliter-V6 mit 250 PS. Auch die preiswerteren Ausstattungslinien Laredo und Limited sind erst ab diesem Zeitpunkt zu haben. Zurzeit wird nur die komplett bestückte und damit teure Top-Version Overland angeboten.

Jeep Grand Cherokee: Vierte Generation im Fahrbericht (29 Bilder)

Der neue Jeep Grand Cherokee

Bei nahezu jedem Generationswechsel wächst ein Auto – meist in alle Richtungen. Der Grand Cherokee macht da keine Ausnahme. Der wichtigste Wert ist wohl der Radstand. Während beim Vorgänger die Vorderachse 2,78 Meter von der Hinterachse entfernt war, beträgt dieser Wert nun 2,91 Meter. Das kommt vor allem den Fondpassagieren zugute, die nun spürbar mehr Luft für die Knie haben.

Der Grand Cherokee wurde insgesamt sieben Zentimeter länger und breiter, außerdem vier Zentimeter höher. Das modernere Design steht dem Grand Cherokee gut. Zum dynamischen Aussehen tragen die neuen Proportionen bei: Der berühmte „Sieben-Schlitze-Grill“ wurde ebenso schmaler wie die Scheinwerfer. Die Fensterpartie ist nun flacher. Geblieben sind die trapezförmigen Radhäuser, die beim Geländeeinsatz den Rädern einen großen Spielraum ermöglichen. Besonders gut gefällt der neue Rücken: Hier sind jetzt die Leuchten auch in die Heckklappe integriert. Die breite Chrom-Leiste fiel bei der hellen Lackierung des Testwagens nicht so sehr auf.

Die Heckklappe öffnet per Tastendruck oder Schlüsselfernbedienung elektrisch. Dahinter ist ein riesiger Stauraum, der nach Angabe des Herstellers 782 Liter fasst – gemessen nach der amerikanischen SAE-Norm. Den europäischen Wert nach der VDA-Norm gibt es noch nicht. Nach SAE hat der Vorgänger 705 Liter. Unter dem eigentlichen Gepäckabteil gibt es ein weiteres Fach: Hier hat dank der neuen Fahrwerkskonstruktion das Ersatzrad einen neuen Platz gefunden. Beim alten Modell ist es am Wagenboden montiert und wird dort unfreiwillig zum Schmutzfänger.

Mit wenigen Handgriffen lassen sich die Lehnen der Fondsitze umklappen. Es entsteht eine ebene Ladefläche, die sich gut nutzen lässt. Bis zu 1554 Liter (SAE-Norm) sollen dann hier hinein passen. Der Fond selbst ist geräumig, die Kniefreiheit ist wirklich sehr gut und auch an der Kopffreiheit gibt es nichts auszusetzen. Der Neigungswinkel der Rücklehnen kann auch in der zweiten Reihe verändert werden.

Der Innenraum des großen SUV wurde völlig neu gestaltet. Die Verarbeitung der Armaturentafel ist besser geworden, die Materialien machen einen hochwertigen Eindruck. In die aufgeräumte Mittelkonsole ist das große Navigations- und Entertainmentsystem eingebaut, das in der Topversion serienmäßig ist. Für guten Klang sorgen neun Lautsprecher und ein Subwoofer. Hinter dem neuen Dreispeichenlenkrad – das nach und nach in allen Jeep-Modellen Einzug halten soll – gibt es zwei große Rundinstrumente. Sie stecken in Röhren, dazwischen sitzt das Display des Bordcomputers.