Nortel errichtet vermaschtes Funknetz in Israel

In der Innenstadt von Ariel dient das Wireless Mesh Network in einem einjährigen Test der Kommunikation der Stadtverwaltung und dem Anschluss von Überwachungskameras oder Verbrauchszählern. Die Bürger erhalten freien WLAN-Zugang.

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Von
  • Sven-Olaf Suhl

Die israelische Filiale des kanadischen Telecom-Ausrüsters Nortel hat die Lizenz zum Aufbau eines WLAN-Mesh-Netzwerks in der israelischen Stadt Ariel erhalten. Dies meldet unter anderem das israelische Business-Portal Globes Online. Die Installation des Netzes im Zentrum der zweitgrößten israelischen Siedlung im Westjordanland soll in einem Monat abgeschlossen sein. Der Testbetrieb ist auf ein Jahr angelegt.

Um die Abdeckung eines Funknetzwerkes zu erhöhen, werden üblicherweise mehrere Basisstationen per Ethernet-Kabel miteinander verbunden. In Mesh-WLANs ist die Sende- und Empfangstechnik hingegen nur drahtlos verbunden. Das Nortel-Netz soll den Fußgängerbereich von Ariel sowie den Campus des College von Judäa und Samaria abdecken; mit dem Netz sollen Beschäftigte der Stadt und des College Sprach- und Videokommunikation nutzen können. Zudem sollen Überwachungskameras und Ablesegeräte für Wasserverbauch angeschlossen werden. Den übrigen Bewohnern bringt das Netz freien WLAN-Zugang. Nortel Israel erwägt dem Bericht zufolge, das Netz um zellulären Mobilfunk zu ergänzen.

Nortel versteht das Testnetz von Ariel auch als Vorzeigeprojekt fĂĽr potenzielle einheimische und internationale Kunden. Der Hersteller ist Mitglied der Wi-Mesh Alliance, die mit der konkurrierenden SEEMesh (Intel, Cisco) auf einen Entwurf fĂĽr WLAN-Mesh-Netzwerke geeinigt hat, der als Basis fĂĽr den Funkstandard 802.11s dienen soll.

Mehrere US-Kommunen wollen vermaschte Funknetze ausbauen, dazu zählen das Google-Netz am Firmensitz Mountain View und eine Ausschreibung der kalifornischen Metropole San Francisco. Auch Sicherheitskräfte und Militärs nutzen vermaschte, selbstorganisierende Funknetze, da ihre Struktur auch beim Ausfall einzelner Komponenten einen Weiterbetrieb ermöglicht. So setzte die Polizei der Isle of Man während des Motorradrennens Tourist Trophy 2005 Canopy-Funk als Ergänzung seines TETRA-Netzes ein. Nortel-Konkurrent Motorola hatte 2004 den Anbieter Meshnetworks übernommen. (ssu)