Wassergekühlte Speicherriegel

Spezielle PC-Speichermodule für Übertakter lassen sich mit einem Wasserkühler verbinden.

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Das DDR2-Speichermodul PC2-9200 FlexXLC Edition bestückt der Third-Party-DIMM-Hersteller OCZ mit einem Aluminiumkühler, auf den sich ein passender Kupfer-Wasserkühler aufsetzen lässt. Die wassergekühlten DIMMs sind zunächst ausschließlich als "2-GByte-Kit" zu haben, also als ein Paar aus 1-GByte-Modulen. Bei 2,35 Volt Betriebsspannung sollen sich die Module laut OCZ auf 575 MHz übertakten lassen; die Serienproduktion der großen DRAM-Hersteller liefert Standard-Chips mit maximal 400 MHz Taktfrequenz (DDR2-800 für PC2-6400-Module) bei 1,8 Volt Betriebsspannung.

OCZ hebt hervor, dass die PC2-9200-FlexXLC-Edition-Module Platinen mit acht Lagen (8-Layer PCB) nutzen; üblich sind sechslagige Platinen. Auch für achtlagige DIMM-Platinen gibt es allerdings beim Industriegremium JEDEC einen Referenzentwurf (JEDEC-Standard Nr. 21C, Seite 4.20.13 in Revision 1.1, "Raw Card Version G").

Voraussetzung für die Nutzung der hohen Taktfrequenzen, die solche Übertakter-DIMMs ermöglichen sollen, ist ein Mainboard mit speziellen Einstellmöglichkeiten; vor allem die DIMM-Versorgungsspannung lässt sich nicht immer auf höhere Werte einstellen, aber auch bei den Wahlmöglichkeiten für die Timing-Parameter gibt es oft Einschränkungen.

Einige Third-Party-DIMM-Hersteller setzen Wärme-Verteilbleche auf die Speicherchips, wobei der Nutzen dieser Heat Spreader  auch unter den einschlägigen Firmen selbst umstritten ist. Nicht selten verbergen sich unter den Blechen SDRAM-Chips mit deutlich geringerer nomineller Taktfrequenz, die die vom Modul-Hersteller zugesicherte Taktfrequenz erst dann erreichen, wenn man die Betriebsspannung manuell steigert. Ob die Module mit der erhöhten Betriebsspannung und Taktfrequenz noch alle von der JEDEC definierten Toleranzen in Bezug auf Spannungsschwankungen, Betriebstemperatur und zahlreiche andere elektrische und zeitliche Parameter einhalten, ist ungewiss. Die JEDEC-Werte, die auch die Kompatibilität von Speichermodulen untereinander sicherstellen sollen, sind in Bezug auf DDR2-Speichermodule für PC-Hauptspeicher zurzeit nur für PC2-3200 (DDR2-400, 200 MHz), PC2-4200 (DDR2-533, 266,67 MHz), PC2-5300 (DDR2-667, 333,33 MHz) und PC2-6400 (DDR2-800, 400 MHz) definiert; alle anderen Angaben – wie eben auch "PC2-9200" – sind eigene Namenskreationen der Modulhersteller und beziehen sich nicht auf allgemeine Standards.

Schnellere standardkonforme DDR2-Speicherchips als DDR2-800 sind übrigens kaum zu erwarten, weil bei dieser Frequenz bereits der Einstieg in die DDR3-Technik ab Mitte/Ende 2007 geplant ist. (ciw)