Straßenschäden: ADAC wirft Kommunen Flickschusterei vor

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Von
  • Sven-Olaf Suhl

Um die Schäden an kommunalen Straßen in Deutschland zu beseitigen und einen "weiteren Substanzverlust" zu vermeiden, müssten nach Berechnungen des ADAC alleine in diesem Jahr 11 Milliarden Euro investiert werden. In den darauffolgenden Jahren seien mindestens 8 Milliarden Euro notwendig. Tatsächlich werden nach Angaben des Automobilclubs von den Kommunen pro Jahr lediglich 5 Milliarden Euro investiert.

Straßenbaustelle in München

(Bild: ADAC)

"Es geht nicht darum, nur die Schlaglöcher des Winters zu stopfen oder ein paar Schönheitskorrekturen vorzunehmen: Deutschland braucht zwingend einen Strategiewechsel bei der Pflege seiner kommunalen Straßen", erklärte ADAC-Vizepräsident Klaus Becker anlässlich einer Fachveranstaltung zur Erhaltung und Finanzierung kommunaler Straßen.

Aus Geldnot führten die Kommunen jedoch häufig nur oberflächliche Maßnahmen ohne eine erkennbare Strategie durch. Der ADAC fordert die Kommunen auf, ein "systematisches Erhaltungsmanagement" für ihre Straßen einzuführen, die zuständigen Kommunalpolitiker sollten moderne Software-Lösungen für die Koordination der Arbeiten nutzen und über Bauvorhaben nach objektiven Kriterien entscheiden.

Außerdem bemängelt der Automobilclub, dass Straßen unnötig häufig aufgerissen werden, etwa um Versorgungs- oder Telecom-Leitungen zu verlegen. Da jedes Aufreißen einer Straße deren Lebensdauer verkürze, sei eine enge Abstimmung zwischen den Unternehmen und den Behörden vonnöten. (ssu)