Aral: Spritpreise bleiben hoch
Die Spritpreise bleiben auch in den kommenden Monaten hoch. Das ergab eine Einschätzung der führenden deutschen Tankstellenkette Aral. Angesichts des deutlich gestiegenen Bedarfs in Asien und des Ausfalls in Libyen werde der Rohölpreis voraussichtlich noch einige Zeit auf hohem Niveau bleiben, sagte der Chef der Aral-Mutter BP Europa, Uwe Franke, am Mittwoch in Düsseldorf. Deshalb sei mit einem insgesamt hohen Preisniveau für alle Mineralölprodukte zu rechnen, auch beim Heizöl. Die Preisschwankungen von Tag zu Tag hätten sowohl an den Rohölmärkten als auch an den Tankstellen spürbar zugenommen.
Der Absatz von BP ging 2010 zurĂĽck, der Gewinn stieg dagegen an.
(Bild:Â Aral)
Erst vor wenigen Tagen war der Benzinpreis in Deutschland auf eine Rekordhöhe geklettert. Mit 1,62 Euro je Liter war Superbenzin im bundesweiten Durchschnitt am 29. April so teuer wie noch nie. Nach ADAC-Daten haben die Mineralölkonzerne mit wenigen Tagen Verzögerung den inzwischen gesunkenen Ölpreis an die Autofahrer weitergegeben. Der Preis für einen Liter Super E10 sank demnach im Vergleich zur Vorwoche um 3,6 Cent auf durchschnittlich 1,574 Euro. Diesel verbilligte sich um 5,8 Cent und kostet derzeit im bundesweiten Mittel 1,389 Euro.
BP Europa wies unterdessen die Kritik an den Mineralölkonzernen wegen hoher Spritpreise vor allem an Feiertagen und zur Ferienzeit entschieden zurück. „Diese Kritik ist schlicht unberechtigt, ist populistisch und in keiner Weise richtig“, sagte Franke. 2010 sei der Wettbewerb im deutschen Tankstellenmarkt noch intensiver geworden. Das zeigten die starken Preisschwankungen, die ein Rekordniveau erreichten.
Der Absatz von BP in Deutschland sank 2010 um 4,5 Prozent auf 27,4 Millionen Tonnen Mineralölprodukte – gegen den Trend. Man habe auf einige margenschwache Randgeschäfte verzichtet. Der Bruttoumsatz (mit Energiesteuer) stieg um 17 Prozent auf 44,2 Milliarden Euro. Der Gewinn in Deutschland schoss um schätzungsweise 50 Prozent auf rund 450 Millionen Euro in die Höhe. Kostensenkungen zahlten sich aus, so der Konzern. Das Raffineriegeschäft in Deutschland sei nach roten Zahlen 2009 wieder in der Gewinnzone. Die BP-Mitarbeiterzahl ging hierzulande um gut 100 auf knapp 5200 Ende 2010 zurück. (dpa) (mfz)