Fiat und Chrysler bekommen gemeinsame Chefs
Die beiden Autobauer Fiat und Chrysler rücken enger zusammen. Nachdem sich die Italiener die Mehrheit am US-Wettbewerber gesichert haben, wird es ab dem 1. September 2011 auch eine gemeinsame Führungsriege geben. „Wir haben jetzt den richtigen Moment erreicht, um beim Zusammenschluss von Fiat und Chrysler aufs Gas zu treten“, sagte Konzernchef Sergio Marchionne am Donnerstag.
Er treibt den Zusammenschluss der beiden Firmen seit zwei Jahren Stück für Stück voran. Sein Ziel ist es, einen neuen, weltumspannenden Autokonzern zu schmieden, der es mit Branchengrößen wie Volkswagen oder Toyota aufnehmen kann. Marchionne glaubt, dass nur die größten Hersteller am Ende überleben werden. Zur neu geformten Fiat-Chrysler Group gehören Marken wie Alfa Romeo, Lancia, Jeep oder Dodge. Die Modellpalette reicht vom Kleinwagen Fiat 500 über die Nobelwagen von Maserati bis zum schweren Pick-up-Truck der US-Marke Ram.
Der Zusammenschluss von Fiat und Chrysler bringt Modelle wie den Lancia Grand Voyager hervor.
Bislang bildete Marchionne die Klammer, die Fiat und Chrysler zusammenhielt. Er war zugleich Chef beider Firmen. Nun wird aus zwei Management-Teams eines. Es wird Verantwortliche für einzelne Regionen und Marken geben sowie für die diversen Design-, Technik- und Verwaltungsabteilungen. Insgesamt umfasst die Chefetage 22 Manager, die in der Mehrzahl von der Fiat Seite stammen.
Die Italiener halten mittlerweile 53,5 Prozent an Chrysler. Fiat war im Jahr 2009 bei dem Wettbewerber eingestiegen, als Chrysler am Boden lag und nur staatliche Milliardenhilfen ihn am Leben hielten. Marchionne brachte Chrysler mit italienischer Technikhilfe wieder ans Laufen. Seit kurzem fließt Chrysler auch in die Bilanz von Fiat ein.
Der einzige verbliebene Mitbesitzer bei Chrysler ist der Gesundheitsfonds der Auto-Gewerkschaft UAW. Fiat hat sich das Recht gesichert, auch dessen Anteile zu übernehmen. Marchionne machte jedoch jüngst deutlich, dass er keine Eile damit hat. Die Gewerkschaft ist über kurz oder lang auf das Geld angewiesen, um die medizinische Versorgung ihrer Mitglieder zu sichern. (dpa) (mfz)