ADAC: Große Navis gefährden Verkehrssicherheit
Große Navis an der Frontscheibe verdecken die Sicht auf die Straße, ohne dass sie unbedingt besser navigieren als Modelle mit fünfzölligem Display, lautet das Ergebnis eines ADAC-Tests
- Martin Schou
München, 22. November 2011 – Großes Kino auf dem Display, aber das Geschehen auf der Straße ist teils verdeckt: Navigationsgeräte mit großen Displays bergen eine Gefahr für die Verkehrssicherheit. Darauf weist jetzt der ADAC hin. Der Club zieht die Grenze bei einer Bildschirmdiagonale von mehr als sieben Zoll, also ab rund 18 Zentimetern. Ungünstig an der Windschutzscheibe angebracht, kann der Fahrer Fußgänger oder Zweiradfahrer nicht mehr rechtzeitig bemerken, das große Display hat dann den gleichen Effekt wie der "Tote Winkel". Außerdem sind die Großen bei der Routenführung nicht übersichtlicher als Geräte mit bis zu fünf Zoll. Das ist das Fazit eines ADAC-Tests von neun Navigationsgeräten zwischen fünf und sieben Zoll Bildschirmdiagonale.
Kein Navi "sehr gut"
Sieger beim Vergleichstest ist das Modell "Go Live 1015" von TomTom (fünf Zoll), Testverlierer ist das Modell "StreetMate GTX-60-3D" von NavGear (sechs Zoll). Insgesamt erreichen vier Geräte das Urteil "gut", drei die Bewertung "befriedigend", zwei schneiden mit "ausreichend" ab. Kein Produkt erhält die Note "sehr gut". Getestet wurden Lieferumfang und Vielseitigkeit, Handhabung, Routenberechnung, Navigation sowie Verkehrsinformationen. Das Navigieren erledigen alle Geräte im Test einwandfrei.
ADAC: Große Navis gefährden Verkehrssicherheit (10 Bilder)

Sieger beim Vergleichstest ist das Modell "Go Live 1015" von TomTom (fünf Zoll).
Kabel-Wirrwarr
Bei der Montage der Lotsen von Medion und NavGear ergab sich ein Kabel-Wirrwarr. Hingegen konnten TomTom, Becker und Falk mit der so genannten aktiven Halterung punkten, an der das Kabel direkt angebracht ist. Auch das veraltete Kartenmaterial bei einigen Geräten ist den Testern negativ aufgefallen. Bei keinem Hersteller war der Stand der Karten auf der Verpackung ersichtlich, kritisieren die Prüfer. Bei NavGear war das Kartenmaterial schon zum Kaufzeitpunkt veraltet. Da eine Aktualisierung meist aufwendig und teuer ist, sollten Autofahrer laut ADAC beim Neukauf immer aktuelles Kartenmaterial erwarten können.