Wohnmobiltest: Zahlreiche Sicherheitsmängel
Der ADAC hat fünf Wohnmobile getestet. Dabei konnte kein Modell in allen Belangen überzeugen. Vor allem bei der Sicherheit hätten die Hersteller zum Teil noch großen Nachholbedarf
- skr
- Martin Franz
München, 20. Dezember 2011 – Ein Wohnmobiltest im Winter? Es gibt gute Gründe, die Camping-Mobile ausgerechnet jetzt unter die Lupe zu nehmen. Denn erstens werden Kaufentscheidungen für oder gegen ein Modell häufig in der kalten Jahreszeit gefällt, damit es bereit steht, wenn die Temperaturen wieder steigen. Zweitens taugen viele Modelle durch ihre gute Isolierung auch zum Camping im Winter. Deswegen hat der ADAC aktuelle Wohnmobile gerade jetzt getestet.
Viele Mängel bei der Sicherheit
Der Club fand bei den getesteten teilintegrierten Wohnmobilen heraus, dass sie zwar beispielsweise durch ein Hubbett für vier Personen viel Platz bieten, aber Sicherheitsmängel zeigen. Bei diesem Typ wird das Führerhaus mit als Wohnraum genutzt. So seien Beifahrerairbags und ESP bis auf einen Fall nur gegen Aufpreis erhältlich. Zwei Wohnmobile im Test hatten kein ESP. Insgesamt erreichten zwei der fünf getesteten Fahrzeuge nur knapp ein „gut“, drei die Note „befriedigend“. Sieger wurde das Modell Adria Matrix Supreme M 687 SL, welches gleichzeitig das teuerste Wohnmobil im Test war. Die Note „sehr gut“ erreichte keines der Testfahrzeuge.
Wohnmobiltest: Zahlreiche Sicherheitsmängel (5 Bilder)

Der Adria Matrix Supreme erwies sich im ADAC-Test teilintegrierter Wohnmobile als das Modell mit dem höchsten Sicherheitsstandard.
Drei der fünf Wohnmobile erreichten beim Punkt Sicherheit nur ein „ausreichend“. Der Club kritisiert, dass die Bremswege lang und die Motorbremswirkung verbesserungswürdig seien. Zum Großteil fehlen Gurtwarner in den Fahrzeugen. Auch die Zuladung kann zum Problem werden: Beim letztplatzierten Chausson Flash 24 Top wurde die magere Zuladung von nur 386 Kilogramm für fünf mögliche Insassen bemängelt.
Nur ein Mobil mit serienmäßigem ESP
Der Testsieger Adria Matrix Supreme M 687 SL erreicht den höchsten Sicherheitsstandard und schnitt auch bei der Wohnraumbewertung am besten ab. Beim zweitplatzierten Peugeot Boxer Liberté VIP 690 überzeugt die Sicherheitsausstattung mit ESP, das kein anderes Fahrzeug im Test in der Standardversion bietet. Allerdings bemängelte der Automobilclub auch hier den zu langen Bremsweg.