Benzinpreis: 2011 gab es starke Schwankungen
Das Preiskarussell an der Zapfsäule dreht sich immer schneller. Vor zwölf Jahren gab es 43 Preiserhöhungen in einem Jahr, also nicht einmal eine pro Woche. 2011 änderte sich der Preis fast täglich
Hannover, 28. Dezember 2011 – Branchenführer Aral hat mitgezählt: 254 mal haben die Tankstellen in Deutschland in diesem Jahr bis zum Mittwoch die Preise angehoben. Dem standen tägliche Preissenkungen an 362 Tagen gegenüber, um durchschnittlich 2,3 Cent pro Liter, wie der Marktführer in Bochum mitteilte. Das Preiskarussell an der Zapfsäule dreht sich immer schneller. Vor zwölf Jahren gab es 43 Preiserhöhungen in einem Jahr, also nicht einmal eine pro Woche.
Aral: „intensiver Wettbewerb“
Die Branche wertet die häufigen Veränderungen des Preises als Beleg für einen besonders intensiven Wettbewerb. Politik und Kartellbehörden unterstellen den Unternehmen dagegen gern Willkür und überhöhte Preise. „Ohne die immer wiederkehrenden Erhöhungsversuche hätte die gesamte Branche, große wie kleine Anbieter, deutliche Verluste gemacht“, sagte Aral-Vorstand Stefan Brok. „Der deutsche Tankstellenmarkt zählt zu den wettbewerbsintensivsten in Europa.“ Dafür spreche, dass die Preise ohne Steuern im unteren Drittel der 27 EU-Länder liegen.
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Marktführer Aral verteidigt die häufigen Preisänderungen und spricht von "intensivem Wettbewerb".
Eingreifen schwierig
Das Bundeskartellamt hatte dagegen in einer Untersuchung festgestellt, dass ein Oligopol aus fünf Firmen (Aral, Shell, Esso, Total, Jet) den deutschen Markt dominiere und auch ohne kartellwidrige Absprachen zu gleichgetakteten Preisen komme. So gingen Aral und Shell bei Preiserhöhungen voraus, der Rest der Branche folge. Die Politik hatte daraufhin ergebnislos über Maßnahmen diskutiert, die Preise zu verstetigen und die häufigen Schwankungen zu unterbinden. Bei genauem Hinsehen würden derartige Eingriffe in den Markt tendenziell zu eher höheren Preisen führen.