Genf: Morgan zeigt den Elektro-Roadster Plus E
Morgan stellt in Genf eine elektrisierte Version seines klassischen Plus-Roadsters vor, den Morgan Plus E. Originell ist dabei vor allem das Fünfgang-Getriebe, denn das braucht´s eigentlich nicht
- Gernot Goppelt
Genf, 7. März 2012 – Der Tesla Roadster ist entschlafen und der Elektroauto-Hype legt ein Päuschen ein – macht nichts, Elektrosportwagen werden weiter ihren Reiz haben, vielleicht erst recht. Morgan zum Beispiel stellt in Genf eine elektrisierte Version seines klassischen Plus-Roadsters vor. Originell ist dabei vor allem das Fünfgang-Getriebe, denn das braucht´s eigentlich nicht. Es schadet aber auch nicht: "Wir wollten wissen, wieviel Spaß man in einen elektrischen Sportwagen haben kann, deswegen bauten wir kurzerhand einen, um es herauszufinden", sagt Morgans Technikchef Steve Morris. "Der Plus E verbindet traditionelle Optik mit einer High-Tech-Konstruktion und einem Antrieb, der bei jeder Geschwindigkeit spontan reichlich Drehmoment zur Verfügung stellt."
Nullkommanix
Der Plus E baut auf einer leicht modifizierten Morgan-Plattform auf. Äußerlich gleicht er dem von einem BMW-V8 befeuerten Plus 8, der ebenfalls in Genf gezeigt wird. Statt V8 dient dem "E" aber ein Elektromotor von Zytek als Antrieb, der harmlose 70 kW (95 PS) leistet, aber ein sattes Drehmoment von 300 Nm an das Getriebe übergibt. Der Plus E wiegt "trocken" (meinen die ohne Strom?) 1250 Kilogramm, beschleunigt in sechs Sekunden auf 100 km/h und erreicht eine Spitze von etwa 185 km/h, nicht besonders viel, aber ohne das Mehrganggetriebe wären es noch weniger. Im Übrigen weisen die technischen Daten eine Reichweite von 193 Kilometer und einen CO2-Ausstoß von 0,0 g/km "at tailpipe" aus.
Genf: Morgan zeigt den Elektro-Roadster Plus E (9 Bilder)

Unter diese Motorhaube passt locker ein V12 ...
Die süße Mitte
Doch warum haben die Briten überhaupt ein Fünfgang-Getriebe verbaut? Zytek-Chefmanager Neil Heslington meint dazu: "Ein Mehrgang-Getriebe erlaubt es dem E-Motor, häufiger in seinem 'Sweet Spot' zu laufen. Besonders bei hohen Geschwindigkeiten wird dabei weniger Energie benötigt." Zudem bereite die kurze Übersetzung in den unteren Gängen sportlichen Fahrern mehr Fahrspaß. Unter Entwicklern werden zwar derzeit zwei, bestenfalls drei Gänge als sinnvolle Lösung für eine Elektroauto diskutiert, denn das Drehmomentverhalten eines Elektromotors erfordert nicht mehr. Doch im Morgan Plus E wurde das "konventionelle" Fünfgang-Getriebe wohl auch deswegen verbaut, weil es halt da ist und sich unkompliziert zusammen mit dem E-Motor im Getriebetunnel unterbringen lässt. Die Kupplung wurde bei der Gelegenheit auch beibehalten, mit einem ungewöhnlichen Nebeneffekt: Man braucht sie zwar zum Schalten, aber nicht zum Anfahren, dem Elektromotor ist es wurscht.