Reiseerlebnis: eine Ausfahrt im Bentley Mulsanne

Die Gelegenheit, einen Bentley zu fahren, hat man selten, wir schwelgen in Sinneseindrücken: Innen ist fast alles Natur: echtes Metall, echtes Leder, echtes Holz und echtes Lammfell

vorlesen Druckansicht 10 Kommentare lesen
Lesezeit: 6 Min.
Von
  • Gregor Hebermehl
Inhaltsverzeichnis

Logroño (Spanien), 8. März 2012 – Die Gelegenheit, einen Bentley zu fahren, hat man selten, wir schwelgen in Sinneseindrücken: Innen ist fast alles Natur: echtes Metall, echtes Leder, echtes Holz und echtes Lammfell. Bei der Dimensionierung dieser ökologisch wertvollen Materialien haben die Innenraumgestalter aus dem Vollen geschöpft – doch auch ansonsten geht es sehr üppig zu, wie wir bei unserer Ausfahrt mit der Edellimousine feststellen können.

Ein Mulsanne ist nicht dafür da, sich in enge Parklücken zu quetschen: Beinahe 5,60 Meter Länge treffen mit fast zwei Meter Breite zusammen. Die senkrecht aufbauende Front dominiert optisch die meisten anderen Verkehrsteilnehmer – nur der einzig natürliche Gegner des Mulsanne, der Rolls-Royce Phantom, kann ihm die Stirn bieten. Mit dem Gitter-Grill emanzipierte sich bereits Anfang der 1980er Jahre der damalige Mulsanne Turbo von den tempelartigen Grills der ehemaligen Mutter Rolls-Royce. Die "Flying-B"-Figur auf dem Kühlergrill des Bentley ist für 2731 Euro zu haben. Der Aufpreis ist ein Statement: Wenn Du auch nur zuckst, hast Du in diesem Club nichts zu suchen.

Reiseerlebnis: eine Ausfahrt im Bentley Mulsanne (30 Bilder)

Mit großen Rundscheinwerfern und steilem Grill: Der Bentley Mulsanne ist ein zeitloses Statement.

Das Gesicht mit den großen Kullerscheinwerfern innen und den kleinen Zusatzscheinwerfern sieht eigenartig traurig aus. Es erinnert fast ein wenig an die Miene des sympathischen, aber immer deprimierten Roboters Marvin aus der Originalverfilmung der englischen Serie "Per Anhalter durch die Galaxis". Aber auch die Kugelscheinwerfer gaben in den 1980ern Bentley die Chance, sich von damals baugleichen Rolls-Royce-Modellen zu unterscheiden. Das Heck des Mulsanne ist ebenfalls etwas ganz Besonderes in der heutigen Autowelt: Der gigantische Überhang sieht eigen aus, ist aber definitiv erhaben.

Bentleys sportliches Selbstverständnis klingt eigentlich eher nach Selbstfahrer – aber die Innenraumgestaltung spricht eine andere Sprache. Vorne gibt es zwar viel Platz, aber vor allem im Fond lässt es sich herrlich residieren. Der Beifahrersitz lässt sich vom Fond aus verstellen – womit der Platz hinter dem Beifahrer zum teuersten des gesamten Fahrzeugs wird. Vorne fährt der Chauffeur und im Fond werden vom Eigentümer die dicken Holztische runtergeklappt. Mindestens ebenso massiv sind die Holzleisten an den oberen Türverkleidungen: Furnier wäre eine ordinäre Bezeichnung für diesen schweren Einsatz von Naturmaterialien. Auch Leder auf den Sitzen ist vom Feinsten und alles wird selbstverständlich in England von Hand verarbeitet.