Lenkrad mit Navigationssystem
Der Mobilfunkbetreiber AT&T entwickelt ein Lenkrad, das dem Fahrer durch Vibrationen vermittelt, wo es lang geht.
Forscher beim US-Telekommunikationskonzern arbeiten an einem Lenkrad für Autos, das dem Fahrer mittels Vibrationen Signale gibt, wohin er steuern soll, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Das, hoffen die Forscher, macht die Navigation sicherer als die Sprach- oder Bildschirm-Anweisungen herkömmlicher Geräten von Tomtom, Navigon und Co.
Im AT&T-Labor-Prototyp läuft eine Vibration im Uhrzeigersinn durch das Lenkrad, wenn der Fahrer rechts abbiegen soll – soll es nach links gehen, vibriert es im umgekehrten Uhrzeigersinn. Ausgelöst wird das Signal durch 20 Aktuatoren, die jedes beliebige Vibrationsmuster erzeugen können. Die AT&T-Ingenieure wollen sie unter anderem auch nutzen, um Fahrer zu warnen, wenn sich ein von hinten herannahendes Fahrzeug im toten Winkel befindet.
In Tests an einem Fahrsimulator stellten die AT&T-Entwickler mit ihren Partnern von der Carnegie Mellon University (CMU) fest, dass die Probanden beim virtuellen Fahren länger die Spur hielten. Wurden zusätzlich zu den haptischen Signalen die herkömmlichen Audio- und Video-Anweisungen ausgegeben, sank die Aufmerksamkeit jüngerer Fahrer – Alter um die 25 Jahre – aber um 3,1 Prozent. Als Kriterium hierfür diente, wie oft die Testpersonen ihre Augen von der Straße abwandten.
Kevin Li von der User Interface Group der AT&T Labs in New Jersey weist jedoch daraufhin, dass das vibrierende Lenkrad noch einige Jahre von einer marktfähigen Technologie entfernt sei. Die Lösung müsse zum einen benutzerfreundlich und intuitiv verständlich sein, zum anderen für verschiedene Fahrhaltungen am Lenkrad funktionieren. Denn: Nicht jeder Autofahrer fasst es beim Steuern genau gleich an. Die Frage für Li ist, ob man es schaffe, "haptische und taktile Hinweise zu entwickeln, die sofort für jedermann klar sind".
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(bsc)