Elektroautos: RWE beendet Kooperation mit chinesischer BYD

Der Energiekonzern will künftig E-Autos anderer Firmen wie Renault-Nissan verkaufen – und den Ladestrom dazu. Die BYD-Fahrzeuge hätten keine europäische Zulassung bekommen, begründete RWE seine Entscheidung.

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Von
  • Sven-Olaf Suhl

Aus der Traum: Die Kooperation zwischen dem Energieversorger RWE und dem chinesischen Elektroauto-Hersteller BYD ("Build Your Dreams") zur Einführung von dessen E-Mobilen in Europa ist gescheitert. Trotz vorheriger Unterzeichnung einer Absichtserklärung ist RWE aus dem Vorhaben ausgestiegen. Die Fahrzeuge hätten keine europäische Zulassung bekommen, sagte eine Sprecherin von RWE Effizienz am Montag in Dortmund und bestätigte Angaben der Automobilwoche. RWE habe die Zusammenarbeit dann bereits Anfang 2011 nicht weiter verfolgt.

Allzu viel elektrischer Betrieb herrscht noch nicht an den RWE-Ladesäulen am Konzernsitz …

(Bild: ssu)

RWE will das Geschäftsfeld Elektromobilität mit anderen Partnern weiter treiben und seine Ladeinfrastruktur ausbauen. RWE Effizienz kooperiert mit den Autobauern Renault und Nissan, die durch eine Allianz miteinander verbunden sind. E-Auto-Käufer können bei den Händlern RWE-Ladeboxen mitbestellen. Ferner tritt der Energiekonzern als Partner des Autohandels für Flottenkunden auf und berät diese, welche Lösungen zum Stromtanken möglich sind. RWE betreibt in Europa derzeit 1700 Ladepunkte, mehr als 1200 davon in Deutschland.

… die Meinungen, wo der Strom für die E-Autos herkommen soll, gehen in Essen auseinander.

(Bild: ssu)

Möglicher Auslöser für den Schwenk des Essener Energieriesen ist ein Unfall eines BYD-Elektrotaxis vom Typ E6 in China, bei dem drei Insassen ums Leben gekommen waren. Der Hersteller verteidigte sich daraufhin mit dem Argument, dass das Modell erfolgreich Crashversuche bestanden habe und dass das Elektroauto von einem 180 km/h schnellen Sportwagen getroffen worden und dadurch schwer zerstört worden sei. Der Automobilkonzern Daimler hält dem Bericht zufolge an seiner Kooperation mit BYD fest. "Wir bedauern den Unfall. Er hat aber keinen Einfluss auf unsere Zusammenarbeit mit BYD", zitiert die Automobilwoche einen Daimler-Sprecher. (mit Material der dpa) (ssu)