Chinesisches Mondfahrzeug vorgestellt
In Shanghai wurde der Prototyp eines ferngesteuerten Mondfahrzeugs präsentiert, für dessen Stromversorgung an Atomkraft gedacht ist.
Am Shanghai Aerospace System Engineering Institute wurde am vergangenen Wochenende der Prototyp für ein ferngesteuertes Mondfahrzeug vorgestellt. Das noch namenlose Gefährt wurde dort in den vergangenen vier Jahren entwickelt. Es kann laut Shanghai Daily 100 Meter in der Stunde absolvieren, ist 1,5 Meter hoch, wiege momentan 200 Kilogramm und ähnele dem US-amerikanischen Mars-Rover "Spirit".
Der Rover soll dreidimensionale Bilder von der Mondoberfläche erstellen und diese zur Erde funken. Außerdem soll er Bodenproben nehmen und analysieren können. Die Entwickler arbeiten noch an einer geeigneten Energieversorgung, da wegen der zwei Wochen dauernden Mondnächte die Versorgung durch die Sonne problematisch erscheint. Für die kontinuierliche Stromerzeugung planen sie den Einsatz von Atomkraft. Auch an anderen Instituten Chinas wird derzeit an Mondfahrzeugen gearbeitet. Ein Termin für die endgültige Auswahl steht noch nicht fest.
China ist nur eines der vielen Länder, die das Mondfieber gepackt hat. Der Rover könnte 2012 auf dem Erdtrabanten herumfahren, der erste Taikonaut nach den Plänen der Volksrepublik etwa 2020 lunaren Boden betreten. Die US-Raumfahrtbehörde NASA träumt sogar von einer dauerhaften Mondbasis, und auch in Deutschland gibt es Missionspläne. (anw)