Mittvierziger: Chevrolet Camaro im Fahrbericht
Der Chevrolet Camaro feiert seinen 45. Geburtstag. Anlässlich dieses Ereignisses legen die Amis nun ein limitiertes Sondermodell auf. Wir haben den per AutomatikÂgetriebe gezähmten Klassiker gefahren
- Fabian Grass
Haar, 21.August 2012 – Der Chevrolet Camaro ist eine zeitlose Erscheinung, sein Design konnte früher so gut gefallen wie heute, wenn man gnädig einige Verirrungen in seiner mittleren Lebensphase ausblendet. Nun ist der Camaro 45 Jahre alt, Anlass für ein limitiertes Sondermodell des US-typischen Muscle Cars. Zu den Besonderheiten gehören die spezielle Lackierung in Carbon Flash Metallic mit silbernen Rallyestreifen und eine schwarze Lederausstattung mit roten, weißen und blauen Ziernähten. Spezielle Embleme mit den Farben der amerikanischen Flagge erweisen der Herkunft des US-Sportlers Respekt.
Understatement geht anders
Der Camaro ist nichts für Menschen, die sich gerne unauffällig im Straßenverkehr bewegen. Xenon-Scheinwerfer mit glänzenden LED-Halogenringen ergänzen den V-förmigen Kühlergrill und verleihen ihm ein aggressives Äußeres. Die langgezogene Motorhaube mitsamt dem zehn Zentimeter großen Powerdome, den breiten Schultern und den weit ausgestellten Radkästen betonen dies. Am Heck besticht das europäische Modell durch eine Heckschürze, LED-Rückleuchten und zwei große, runde Edelstahl-Auspuffblenden.
Mittvierziger: Chevrolet Camaro im Fahrbericht (35 Bilder)

Der Chevrolet Camaro vereint aggressives Design mit V8-Power.
Woki mit dem Heck
So aggressiv und maskulin das Design ist, ist es doch nichts im Vergleich zum herrlichen Motorsound des V8. 6,2 Liter Hubraum, 405 PS, die Schaltversion bringt es gar auf 432 PS, und ein Drehmoment jenseits der 500er-Marke genügen, um Gummi auf den Asphalt zu brennen. Der Camaro lenkt agil ein und dank ausgewogener Federung fährt sich der knapp 1,8 Tonnen schwere Amerikaner kontrolliert sportlich, sowohl auf langen Geraden als auch auf kurvigen Landstraßen. Jedoch erfordern das Gewicht und die voluminösen 20-Zöller einen beherzten Griff ins Lenkrad, besonders bei regennasser Fahrbahn, wenn die eher kopflastige Gewichtsverteilung das Heck zum Tänzeln und Ausbrechen verführt.
Gegen die Widerstände
Der Camaro pumpt gepflegte 13,1 Liter durch seine acht Zylinder – auf dem Papier. Damit der Durst nicht zu fürchterlich wird, hat der gedrosselte L99-Motor eine Zylinderabschaltung, so dass das Fahrzeug bei geringer Belastung, zum Beispiel bei Fahrten auf der Landstraße, auf nur vier Zylindern läuft. Dennoch spielt sich in der Realität wenig unter 17 Litern ab, und gibt man dem Ami die Sporen, kann schon mal eine 20 vor dem Komma stehen. Immerhin spürt man den Kampf zwischen schierer Kraft und Fahrwiderständen. Die Beschleunigung auf Tempo 100 geht in 5,4 Sekunden deutlich langsamer voran als bei seinen ähnlich starken Konkurrenten BMW M3 oder Mercedes C 63 AMG. Ein Grund ist die mit nur sechs Gängen ausgestattete Automatik, die sich zwar keine groben Patzer leistet, aber wenig sportlich wirkt. Die Spitzengeschwindigkeit wird bei 250 km/h elektronisch abgeregelt.