Bericht: Schlüsselfigur im Infineon-Korruptionsskandal geständig
Nach Informationen des "Focus" soll der in der Schweiz inhaftierte Sponsorenvermittler Udo Schneider ein Teilgeständnis abgelegt haben.
Der seit August in der Schweiz einsitzende Sponsorenvermittler Udo Schneider hat nach Informationen des Magazins Focus ein Teilgeständnis abgelegt. Schneider ist die Schlüsselfigur im Infineon-Korruptionsskandal und soll den Chip-Hersteller mit Hilfe fingierter Veranstaltungsrechnungen und einbehaltener Sponsorengelder um insgesamt rund eine Million Euro geschädigt haben. In den kommenden Tagen soll Schneider aus dem Schweizer Untersuchungsgefängnis Steckborn nach Deutschland ausgeliefert werden. Gegenüber dem Nachrichtenmagazin soll Münchens Leitender Oberstaatsanwalt Christian Schmidt-Sommerfeld gesagt haben, dass Schneider bereits am 25. Januar ein Teilgeständnis abgelegt habe. Dessen genauer Inhalt ist allerdings nicht bekannt geworden.
Die Staatsanwaltschaft München wirft Schneider als dem damaligen Chef der Schweizer Sponsoring-Agentur BF Consulting vor, von den früheren Infineon-Vorständen Vermittlungsprovisionen in sechsstelliger Höhe für die angebliche Anwerbung von Sponsoring-Partnern bei Motorsportveranstaltungen erhalten und nicht versteuert zu haben. Ein Teil der Gelder floss nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft an ehemalige Vorstände von Infineon zurück. Der ehemalige Vorstandschef Ulrich Schumacher soll einen Großteil erhalten haben. Schumacher bestreitet dies. (jes)