"Ha:mo": Toyota testet in Japan ein kooperatives Mobilitätskonzept
Toyota sucht nach neuen Wegen, öffentliche Verkehrsmittel und Individualmobilität zu verbinden. Dazu gehören ein Navigationssystem, das mehrere Verkehrsmittel verknüpft und ein Car-Sharing-Konzept für kleine Elektroautos
- Gernot Goppelt
Wenn es um die Einbindung von Autos in ein größer gefasstes Mobilitätskonzept geht, hat sich unter den deutschen Herstellern wohl vor allem Smart Meriten erworben. Im Car2Go-Carsharing-Konzept ist mittlerweile ein weltweites Netz entstanden, in dem Teilnehmer sich spontan Fahrzeuge leihen können. Einen Schritt weiter geht jetzt Toyota mit der Teilnahme an einem neuen Verkehrssystem namens "Ha:mo", bei dem der Individualverkehr mit anderen Mobilitätsformen vernetzt wird. Außer Toyota nehmen die Stadtverwaltung von Toyota City sowie öffentliche Verkehrsunternehmen teil.
(Bild: Toyota)
"Ha:mo" steht für harmonische Mobilität und zielt auf einen kombinierten Individual- und öffentlichen Personenverkehr ab. Es besteht aus den Komponenten "Ha:mo Navi" und "Ha:mo Ride". Navi ist eine Routenführung, die verschiedene Verkehrsmittel miteinander verbindet und dabei auch die Verkehrslage berücksichtigt und die Verfügbarkeit von Park-and-Ride-Parkplätzen verknüpft. Die Route kann je nach Strecke und Situation mit ganz unterschiedlichen Verkehrsmitteln wie Zügen, Bussen, Autos und Taxis erfolgen.
"Ha:mo Ride" ist ein Car-Sharing-Angebot, bei dem ausschließlich Elektroautos eingesetzt werden. Sie können beim Übergang von Bahnhöfen angemietet werden, um Ziele zu erreichen, die mit einem Fahrzeug besser zu erreichen sind. In der Startphase stehen die Fahrzeuge Studenten und Beschäftigten der Universität Chukyo zur Verfügung, die die Fahrzeuge per Smartphone reservieren können, der Zugang erfolgt mit einer persönlichen Zugangskarte. Im ersten Jahr werden keine Gebühren erhoben. Die Zahl der Car-Sharing-Stationen soll von zunächst vier auf zehn erhöht werden, die Zahl der Fahrzeuge von 10 auf 100 und die Zahl der Teilnehmer von zunächst 100 auf 1000. Auch Elektro-Motorräder und -Fahrräder könnten in das Projekt einbezogen werden.
Alle Autohersteller stehen vor einer großen Herausforderung: Angesichts höherer Energiepreise, der zunehmenden Bedeutung von Ballungsräumen und einer höheren Bereitschaft, Alternativen zum Auto zu nutzen, können sie sich Mobilitätsprojekten wie Ha:mo nicht verschließen. Ihre erfolgreiche Umsetzung wird zwar vermutlich weniger private Halter von Pkw nach sich ziehen. Wer aber für diese Entwicklung keine Konzepte hat, wird am Ende aus dem Markt gedrängt. (ggo)