App überwacht Elektroautos

General Motors hat eine Smartphone-Anwendung entwickelt, mit der Fahrer von Plug-in-Hybrid-Autos überprüfen können, wie sparsam ihr Gefährt wirklich ist.

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Von
  • Martin LaMonica
  • Narayanan Suresh

General Motors hat eine Smartphone-Anwendung entwickelt, mit der Fahrer von Plug-in-Hybrid-Autos überprüfen können, wie sparsam ihr Gefährt wirklich ist.

Stolze Besitzer eines Elektroautos wissen, dass es sich mit Strom üblicherweise billiger fährt als mit Benzin. Doch wie viel genau diese Touren kosten, lässt sich aus der monatlichen Rechnung der Stadtwerke nur schwer ablesen.

Der Automobilkonzern General Motors hat für sein Plug-in-Hybrid-Fahrzeug Chevrolet Volt nun eine Smartphone-Anwendung entwickelt, die die Ladekosten auf Tag, Monat oder Jahr genau aufschlüsseln kann. Die "EcoHub"-App wird derzeit im Rahmen des sogenannten Pecan-Street-Projekts getestet, einem Forschungsvorhaben der US-Bundesregierung. Es soll demonstrieren, wie sich verschiedene grüne Energietechnologien miteinander kombinieren lassen. Etwas später wird die Anwendung aber allen Fahrern bereitstehen, möglicherweise auch denen des europäischen Volt-Ablegers Opel Ampera.

"EcoHub" zeigt, welches Potenzial darin liegen könnte, Autos mit dem Stromnetz zu verknüpfen. Teilnehmer lassen die Ladezeiten ihres Fahrzeugs vom GM-Onlineservice "OnStar" überwachen. Da die Häuser im Pecan-Street-Projekt wiederum mit smarten Stromzählern zur Überwachung des Energieverbrauchs ausgestattet sind, kann "EcoHub" auch noch Informationen über den restlichen Elektrizitätskonsum im Haus sammeln. Mit diesen Verbrauchsdaten und aktuellen Stromtarifen lässt sich ablesen, wie viel Geld für den Volt drauf geht.

Plug-in-Hybrid- und Elektrofahrzeuge sind im Segment der sogenannten "Connected Cars" sowieso recht vorne dabei – auch konkurrierende Anbieter wie Toyota oder Nissan arbeiten an solchen Systemen oder haben sie bereits auf dem Markt. Volt-Fahrer können auch ohne "EcoHub"-App in den USA über OnStar ihre Ladezeiten steuern oder das Auto schlüssellos öffnen lassen. Der Nissan Leaf zeigt Ladestationen in der Nähe an und soll eines Tages auch als Zwischenspeicher ins Hausstromnetz integriert werden können. Ford und Microsoft arbeiten ebenfalls an neuer Soft- und Hardware für E-Autos – etwa an Systemen, die helfen, stets zu günstigen Zeiten Strom zu tanken.

GM zufolge soll "EcoHub" künftig auch erlauben, den Verbrauch des Autos mit verschiedenen Haushaltsanwendungen zu vergleichen – von der Klimaanlage bis zum Trockner. Ohne einen smarten Stromzähler als Sammelstelle ist das allerdings nicht möglich. "Mit den richtigen Partnerfirmen wird unsere App das Potenzial bekommen, den Status eines Hauses zu kontrollieren und dort dann auch Geräte zu steuern", sagt Paul Pebbles, Manager für Elektrofahrzeuge und "Smart Grid"-Dienste bei GM. Das Pecan-Street-Projekt zeige, wie sinnvoll einer Koordination zwischen Elektrofahrzeugen und Haustechnik sei. (bsc)