Honda schickt ab 2013 kleine Stadtstromer in den Feldversuch

Wie sieht das Elektroauto der Zukunft aus? Honda macht mit dem Micro Commuter Prototype einen neuen Vorschlag. Der kleine Stromer ist eine Weiterentwicklung des Micro Commuter Concept, der 2011 auf der Tokyo Motor Show vorgestellt wurde

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  • Gernot Goppelt

Wie sieht das Elektroauto der Zukunft aus? Honda macht mit dem Micro Commuter Prototype einen neuen Vorschlag. Der kleine Stromer ist eine Weiterentwicklung des Micro Commuter Concept, der 2011 auf der Tokyo Motor Show vorgestellt wurde. Nächstes Jahr soll das Wägelchen in Japan im Praxistest in die Erprobung gehen.

(Bild: Honda)

Der Micro Commuter ist als ausgesprochenes Stadtgefährt ausgelegt. Nun kann man sich streiten, ob es nicht ein Widerspruch in sich ist, in der Stadt Auto fahren zu wollen statt einfach Bus oder U-Bahn. Aber vielleicht ist dieser Gedanke etwas zu optimistisch, denn offenbar haben Menschen ein ausgeprägtes Bedürfnis, ihre "eigenen Wege" zu gehen. Toyota zum Beispiel verfolgt derzeit einen interessanten Ansatz, bei dem der Autobauer verschiedene Verkehrsmittel miteinander verknüpft, indem er ein Navigationssystem entwickelt, das über sie hinweg funktioniert. In einem solchen Szenario wird ein kleines Auto zu einem Gefährt für die letzten Kilometer und Strecken, die öffentlich nicht abgedeckt sind.

Das würde auch zu Hondas Micro Commuter passen. Die Lithium-Ionen-Batterie ist auf ein Ladezeit von drei Stunden und eine Reichweite von 60 Kilometer ausgelegt. Der Honda erreicht ein Höchsttempo von 80 km/h, was in Städten und "urbanen Ballungsräumen" völlig ausreichend ist. Mit einer Leistung von 15 kW und dem Gewicht von unter 400 Kilogramm (ohne Batterie) erfüllt das Gefährt auch die Bestimmungen der europäischen Fahrzeugklasse L7.

Ein wichtiger Entwicklungsaspekt war das Platzangebot im Innenraum. Motor, Batterien und Steuerelektronik sind unter dem Fahrzeugboden platziert. Das schafft Platz im Innenraum und eine bessere Konfigurierbarkeit für unterschiedliche Einsatzzwecke. Normalerweise haben ein Fahrer und zwei Kinder Platz – oder durch Umbau des Sitzes ein weiterer Erwachsener anstatt der Kinder. Zudem kann die Fahrzeugplattform unterschiedliche Aufbauten tragen, um etwa gezielt Familien, Senioren oder bestimmten Berufsgruppen zu dienen. Das Infotainment-System ist als Tablet-PC ausgeführt. Es dient auch als Navi und kann Fahrzeuginformationen anzeigen. Der Strom für Akkus des Tablets wird von Solarzellen produziert, die in das Dach integriert sind.

Honda sieht das Commuter Concept nicht nur als Fahrzeug, sondern auch als Bestandteil der Stromversorgung in Einfamilienhäusern. Beim Honda Smart Home System fungiert die Fahrzeugbatterie als ergänzender Stromspeicher des Hauses, um bei Spitzen im Netz Strom zurückspeisen zu können. Das funktioniert im Prinzip natürlich überall, wo man das Elektroauto bei Nichtgebrauch ans Netz hängt. Die Crux besteht in der Zeitplanung, denn eine Anwendung als Stromlieferant ist nicht sonderlich sinnvoll, wenn man zwei Stunden später losfahren möchte. (ggo)