Auch Siemens Österreich schlägt Sparkurs ein

In den von Österreich aus dirigierten Siemens-Gesellschaften in Zentral- und Osteuropa sollen innerhalb von zwei Jahren 42 Millionen Euro zuzüglich Inflationsausgleich eingespart werden. Wie viele Arbeitsplätze dies kostet, ist derzeit noch unklar.

vorlesen Druckansicht 6 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.

Siemens Österreich folgt den Vorgaben des Mutterkonzerns und beteiligt sich an den Sparmaßnahmen. Der Gesamtkonzern plant, weltweit 17.000 Arbeitsplätze zu streichen und die Kosten von Verwaltung und Vertrieb um 1,2 Milliarden Euro zu reduzieren. Wie österreichische Medien berichten, hat die Münchner Zentrale den Wienern aufgetragen, in den von Österreich aus dirigierten Gesellschaften in Zentral- und Osteuropa innerhalb von zwei Jahren 42 Millionen Euro zuzüglich Inflationsausgleich einzusparen. Zusätzlich sollen in der Region weitere 71 Millionen in Firmen lukriert werden, die direkt von München aus verwaltet werden.

Die Kosten in der Verwaltung sollen um ein Fünftel, jene im Vertrieb um ein Zehntel gesenkt werden. Wie viele Mitarbeiter dabei gekündigt werden, wollte Brigitte Ederer, die Chefin von Siemens Österreich, am Montag nicht sagen. Verhandlungen mit dem Betriebsrat über ein Gesamtpaket stehen an. Geplant sind Frühpensionierungen, das Angebot anderer Arbeitsplätze im Konzern, eine Arbeitsstiftung und ein Sozialplan. Ederer hofft, dass sich die Zahl der Kündigungen "in Grenzen halten wird."

Der Aufsichtsrat von Siemens Österreich hat am Montag beschlossen, den Bereich Siemens Industrial Manufacturing, Engineering and Applications (SIMEA) "neu zu ordnen" – gemeint ist damit, Teile zu verkaufen. SIMEA gehört derzeit zu den "Non Group Activities", also zu keiner der drei Geschäftssparten Industrie, Energie und Gesundheit, auf die Siemens sich in Zukunft konzentrieren möchte. Aus dem SIMEA-Portfolio sollen SIMEA Siegendorf, die Schaltschrankfertigung Linz und das Mechanikwerk Wien mit zusammen 620 Mitarbeitern veräußert werden. Ziele sind ein gemeinsamer Verkauf an die derzeitigen Manager (Management Buyout) noch in diesem, am 30. September zu Ende gehenden Geschäftsjahr sowie "nachhaltige Standortsicherheit".

Die SIMEA-Standorte in Wien Siemensstraße und im rumänischen Sibiu mit insgesamt knapp 1.000 Mitarbeitern verbleiben bei Siemens und werden der Industrie-Sparte des Konzerns zugeordnet. Jedoch wandern einige Kompetenzen und Branchenzuordnungen von Wien ins burgenländische Siegendorf.

Im laufenden Jahr bereits abgestoßen wurde die BFE Studio- und Medien-Systeme GmbH, die nun zum überwiegenden Teil der Mainzer TEKOMAG AG gehört. Die Siemens Elin Buildings & Infrastructure wurde in ein Joint Venture mit der Tiroler Ortner-Gruppe eingebracht. Die künftig wieder als Elin auftretende Gebäudetechnikfirma war 2005 als Teil der VA Tech von Siemens Österreich übernommen, aber nicht konsolidiert worden. Im Jahr nach der Übernahme waren 250 Stellen abgebaut worden. (Daniel AJ Sokolov) / (jk)