Blattwerk

Der Leaf ist seit 2011 auf dem deutschen Markt. Im Sommer 2013 startet die zweite Generation. Äußerlich ist sie kaum von der ersten zu unterscheiden, ist aber deutlich gereift. So viel konnten wir bereits erfahren

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Oslo (Norwegen), 22. April 2013 – Staatliche Subventionen für Käufer, die legale Benutzung der Busspur und niedrige Strompreise führen dazu, dass in Oslo Elektroautos ganz alltäglich sind: Durch die norwegische Hauptstadt fahren rudelweise Mitsubishi i-MiEV, Peugeot iOn und Nissan Leaf, mit etwas Glück sieht man den Tesla Roadster, den Think, ein Elektroauto namens Buddy vom norwegischen Hersteller Puretech und viele weitere Modelle. Hier sind Stromautos sinnvoll, denn Norwegen hat (fast) nur Wasserkraftwerke. Wir haben uns mit der neuen Generation des Nissan Leaf in den Strom der Stromer eingereiht.

Der Leaf ist in Deutschland seit März 2011 auf dem Markt. Im Jahr 2012 wurden 451 Stück hierzulande neu zugelassen, 93 Prozent davon durch gewerbliche Halter. Im Sommer 2013 startet nun die zweite Generation. Äußerlich ist sie kaum von der ersten zu unterscheiden. Ein paar Veränderungen an der Front bringen einen minimal von 0,29 auf 0,28 verbesserten cW-Wert. Auch konnte das Leergewicht gesenkt werden. Nissan spricht von 50 Kilogramm, zwischen der alten Version und der leichtesten neuen Variante liegen aber immerhin 168 Kilo. Gespart wurde vor allem durch ein leichteres Batteriegehäuse und weniger Hochvolt-Verbindungskabel. Zudem arbeitet die Heizung nun effizienter, nämlich nach dem Prinzip einer Wärmepumpe – bei Niedrigenergiehäusern gang und gäbe, aber eine Seltenheit im Automobilbau. Die elektrische Feststellbremse wird von einer manuellen abgelöst, was laut Nissan Platzvorteile bringt, aber wohl auch die Kosten bremst.

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Andere Hersteller haben bei Elektroautos nur Studien vorzuweisen, der Nissan Leaf erscheint bereits in zweiter Generation.

Auch sonst gibt es deutliche technische Veränderungen. So wanderte der Wechselrichter, der bisher im Kofferraum untergebracht war, nach vorne. Das vergrößert den Kofferraum um 40 Liter auf 370 Liter - ein guter Wert. Auch ist er nun besser nutzbar. Die Querstrebe hinter den Rücksitzen entfällt nun zwar, ein ebener Ladeboden entsteht beim Umklappen der Rücksitzlehnen jedoch nicht. Außerdem bleiben links und rechts noch hinderliche Einbuchtungen, hinter denen sich Teile des Rekuperationssystems verbergen. Das Volumen bei umgeklappten Rücksitzen wird nicht angegeben. Beim alten Modell lag es bei nur 680 Liter, was deutlich zu wenig für die Kompaktklasse ist. Ob es sich dabei wirklich um das Volumen bei dachhoher Beladung handelt, ließ sich bis zuletzt von Nissan nicht erfahren. Das maximale Volumen liegt bei 1320 Liter. Der Beinraum hinten hat sich vergrößert, wobei hier allerdings auch der Vorgänger schon gut war. Das Interieur gibt es nun auch in Schwarz – statt bisher nur in weiß.

Vielleicht am wichtigsten für den Fahrer: Die Reichweite stieg von 175 auf 199 Kilometer. Doch die Lithium-Ionen-Batterien wurden dazu nicht verändert. Sie speichern nach wie vor 24 Kilowattstunden und liegen im Unterboden. Der Grund für die Verbesserung ist die effizientere Arbeitsweise des nach wie vor 109 PS oder 80 Kilowatt starken Elektromotors.