Almrausch

"Überführungsfahrt"? Wie langweilig! "McLaren MP4-12C Spider"? Welche Verheißung! Knapp 1000 Kilometer von Lyon nach München bieten Gelegenheit, einmal herauszufinden, wie alltagstauglich ein Supersportwagen aus der englischen Rennwagen-Schmiede tatsächlich sein kann

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Von
  • tju
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München, 2. Mai 2013 – "Überführungsfahrt"? Was für ein langweiliges Wort! "McLaren MP4-12C Spider"? Welche Verheißung! Knapp 1000 Kilometer sind es von Lyon nach München, einmal quer durch die Schweiz mit einem Abstecher nach Liechtenstein. Gelegenheit, einmal herauszufinden, wie alltagstauglich ein Supersportwagen aus der englischen Rennwagen-Schmiede tatsächlich sein kann.

Bei der Ankunft in Lyon regnet es so heftig, als wolle der Regen ganz Frankreich von der Landkarte spülen. Der Wetterbericht für die nächsten beiden Tage verspricht keine Besserung. Beste Voraussetzungen also für einen Roadtrip in einem Cabrio. Der Spider wartet hinter einer Wand aus Regen und Nebel auf dem Flughafenparkplatz. Ich finde ihn trotz seiner Höhe von nur 1,20 Meter wegen seines knallorangen Lacks.

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Das Reisegefährt: Ein McLaren MP4-12C Spider

Vor seiner endgültigen Durchweichung erhält das Gepäck Schutz im Kofferraum. Der sitzt vorne und fasst mit 144 Litern immerhin beinahe so viel wie der des Mini Cooper (160 Liter). Als die Schmetterlingstüren nach oben schwingen, werden auf dem Parkplatz die ersten Smartphones gezückt. Für kurze Zeit scheint der Regen vergessen. Im Auto beschlagen dank der nassen Klamotten die Fenster in Lichtgeschwindigkeit, was einen ersten Ergonomiecheck des Supersportlers nach sich zieht. Die Bedienelemente für die Klimatisierung sitzen auf der Türverkleidung, die Nutzung ist selbsterklärend. Gleiches gilt für Navi und Radio, auffällig ist hier erstmal nur das senkrecht angebrachte Touchscreen-Display.

Bevor es losgeht, hat der Herr, der mir das Fahrzeug übergibt, noch einen letzten Tipp auf Lager: "Bei diesem starken Regen funktionieren die Bremsen nach längerer Ruhepause erst beim zweiten Tritt aufs Pedal so richtig. Kalkulier das besser mit ein." Da kommt Freude auf. Immerhin geht der Straßenrennwagen mit 625 PS an den Start, die Maximalgeschwindigkeit liegt bei 329 km/h. Als der Motor monoton zu dröhnen beginnt, ergießt sich die zweite iPhone-Foto-Welle über den McLaren, die Reise kann beginnen.