Kraxl-Trio

Der Opel Mokka tritt gegen den Platzhirsch VW Tiguan und den Pragmatiker Skoda Yeti an. Wie schlägt sich der Rüsselsheimer gegen die starke Konkurrenz von Volkswagen?

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  • tju
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Haar, 29. Mai 2013 – Zugegeben, leicht haben wir es dem neuen Opel Mokka nicht gemacht: Sowohl Skoda- als auch VW-Modelle nehmen regelmäßig den Platz an der Spitze von Tests und Rankings ein. Zudem sind beide Konkurrenten dem knuffigen Rüsselsheimer von der Leistung her überlegen und der Tiguan spielt eine Liga höher, wenn man Preis und Abmessungen betrachtet. An den Start geht der Mokka mit dem 140 PS starken 1.4-Liter-Turbobenziner, der Yeti trägt einen 1.8-Liter-TSI-Motor mit 160 PS, der 1.4-Liter-TSI des Tiguan leistet ebenfalls 160 PS, allerdings bei kleinerem Hubraum. Alle drei sind mit einem Allradantrieb ausgestattet.

Das erste Aufeinandertreffen von Testwagen und Testern erfolgt in der Redaktionsgarage. Der Tiguan trägt das gefälligste, der Yeti das pragmatischste, der Mokka das umstrittenste Blechkleid, wobei nicht jeder in der Redaktion das so sieht. Den einen gefällt der kleine Opel, die anderen finden ihn einfach zu knubbelig. Während der Tiguan VW-typisch genau so aussieht, wie man sich ein Kompakt-SUV eben vorstellt, erinnert der Skoda eher an einen Hochdachkombi à la Citroen Berlingo. Der VW ist mit 4,43 am längsten, der gedrungene Mokka wirkt auf Anhieb kleiner, ist er mit 4,28 Metern sechs Zentimeter aber länger als der 4,22 Meter kurze Yeti.

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Der Opel Mokka (rechts) tritt gegen den Skoda Yeti (Mitte) und den VW Tiguan (links) an.

Im Mokka reist es sich am Kuscheligsten. Vier ausgewachsene Passagiere finden hier ausreichend Platz, wobei es auf den hinteren Sitzen aufgrund des abfallenden Dachs enger zugeht als bei der luftiger gestalteten Konkurrenz. Der Kofferraum fasst 356 bis 1372 Liter, die Rücklehnen sind zweigeteilt umklappbar. Punkten kann der Mokka hier mit einer komplett ebenen Ladefläche. Die Sicht nach hinten ist durch die sehr kleine Heckscheibe deutlich eingeschränkt, schmale Seitenfenster verdunkeln den Fond.

Der kurze Yeti bietet am meisten Platz für Fahrer und Fahrgäste. Dank riesiger Kopffreiheit haben selbst große Fahrer noch Luft nach oben, auf der Rückbank reisen Erwachsene äußerst komfortabel. Aufgrund der geradlinigen Karosserie und schmaler Dachsäulen hat nicht nur der Fahrer eine gute Rundumsicht: Fondpassagiere genießen den Blick nach draußen durch große Seitenfenster. Überzeugend auch der Gepäckraum: Mit 405 Litern Stauvolumen ordnet sich der Yeti auf den zweiten Platz ein, bietet aber die größte Flexibilität: Bis zu 1580 Liter Ladung passen bei umgeklappter Rückbank in den kompakten Skoda. Die innere Ladekante ist mit vier Zentimetern akzeptabel, einen Pluspunkt gibt es für die verschiebbare Rückbank und die dreigeteilt umklappbare Lehne. Das Umlegen ist mit einem Handgriff erledigt, es entsteht eine fast ebene Ladefläche. Einziges Manko: Liegen die Lehnen flach, sind die Hebel schwer zu greifen, das Aufklappen wird zur Fummelei.

Der Tiguan ist ein echter VW. Alles passt, nichts überrascht. Kopf- und Beinfreiheit sind sowohl in der ersten als auch in der zweiten Reihe gut, der Innenraum hell, die Rundumsicht in Ordnung. Aufgrund seiner Länge bietet der Wolfsburger bei aufgestellten Sitzen mit 470 Litern das größte Stauvolumen, bleibt beim maximalen Fassungsvermögen mit 1510 Liter aber 70 Liter hinter dem Yeti zurück. In puncto Beladung landet der Tiguan dann sogar nur auf Platz drei: Gepäck muss über eine 22 Zentimeter hohe innere Ladekante gewuchtet werden, die Ladefläche ist alles andere als eben.