ETech: Yahoo lässt den Feueradler frei
Yahoos Fire Eagle ist in der jetzigen Form in erster Linie eine Plattform fĂĽr Entwickler, die Lokalisierungsdaten fĂĽr ihre Web-Dienste nutzen wollen.
Yahoo nutzte die Emerging Technology Conference im kalifornischen San Diego, um die Beta-Version seines neuen Lokalisierungsdienstes Fire Eagle vorzustellen. Fire Eagle ist ab sofort in einem begrenzten Beta-Test verfĂĽgbar, zu dem interessierte Nutzer sich einladen lassen mĂĽssen. Zum Start wurden laut Fire-Eagle-Projektleiter Tom Coates bereits 10.000 Einladungen verschickt, weitere sollen in naher Zukunft folgen.
Fire Eagle ist in der jetzigen Form in erster Linie eine Plattform für Entwickler, die Lokalisierungsdaten für ihre Web-Dienste nutzen wollen. Das Projekt bietet dazu offene APIs zur Eingabe und zur Weiternutzung ortsbezogener Daten. Zu den ersten Nutzern der APIs gehören die soziale Reise-Website Dopplr und der Twitter-Bot Danger Day.
Yahoo arbeitet jedoch auch daran, Fire Eagle über zusätzliche Schnittstellen für Endnutzer attraktiver zu machen. So soll es bald eine Facebook-Anwendung und ein Widget für Blogger geben. Der Konzern will zudem Technik seiner Geotagging-Anwendung Zonetag zweitverwerten, um Fire Eagle-Nutzern eine automatische Lokalisierung per Mobiltelefon zu ermöglichen.
Die Fire Eagle-Plattform setzt auf eine Reihe von Datenschutz-Funktionen, um Nutzer vor einer ungewollten Erstellung von Bewegungsprofilen zu bewahren. So speichert Yahoo beispielsweise immer nur den aktuellen Aufenthaltsort ab, Orte, an denen sich der Nutzer in der Vergangenheit aufgehalten hat, werden automatisch gelöscht. Dies hindert jedoch Drittanwendungen, die sich der Fire-Eagle-API bedienen, nicht daran, weitergehende Informationen zu sammeln. Nutzer müssen deshalb jeder Anwendung einzeln den Zugriff auf ihre Daten erlauben.
Zur ETech 2008 siehe auch:
- Mehr Sicherheitsrisiken durch Googles Mobilfunksystem Android
- Lawrence Lessig stellt Projekt "Change Congress" vor
- Tricks und Tools fĂĽr Lifehacker
- Google bietet Einblicke in seine Such- und Ăśbersetzungstechnik
- BĂĽrgerrechtler zeichnen ITK-Pioniere aus
- Eine Frage der Perspektive
(Janko Röttgers) / (jk)