Siemens-Konzernumbau ohne betriebsbedingte Kündigungen
Gewerkschaft, Gesamtbetriebsrat und Unternehmensleitung haben sich auf ein Eckpunktepapier geeinigt. Siemens verspricht darin, bis Ende September 2010 in Deutschland keine Standorte zu schließen.
Die Gewerkschaft IG Metall, Vertreter des Gesamtbetriebsrats und die Siemens-Unternehmensleitung haben sich über den Jobabbau für den geplanten Umbau des Konzerns geeinigt. Laut Mitteilung (PDF-Datei) der IG Metall habe sich Siemens in einem Eckpunktepapier verpflichtet, bis Ende September 2010 in Deutschland keine Standorte zu schließen oder zu verlagern. Beim Konzernumbau werde es keine betriebsbedingten Kündigungen geben.
Damit komme Siemens der wichtigsten Forderung der Gewerkschaft nach, sagte Berthold Huber, Erster Vorsitzender der IG Metall. Die Grundsätze des Eckpunktepapiers sollen bis zum 15. August in Vereinbarungen mit einem Interessensausgleich und einem Sozialplan umgesetzt werden. Der Gesamtbetriebsrat erwartet hier noch schwierige Verhandlungen.
In der zweiten Juli-Woche hatte Siemens verkündet, weltweit 16.750 Stellen abbauen zu wollen, davon 5350 in Deutschland. Dies soll hierzulande vor allem durch Altersteilzeit und vorzeitige, freiwillige Beendigungen erreicht werden. Hierzu soll ein Interessenausgleich und Sozialplan abgeschlossen werden. Siemens verpflichtet sich, Umschulungs- und Qualifizierungsmaßnahmen anzubieten und zu finanzieren. "Alle diese Maßnahmen sind freiwillig", betonte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Ralf Heckmann.
Im Einzelnzen rücke Siemens von seinem Plan ab, das Segment Industrie Montage Services (SIMS) zu verkaufen. Siemens verpflichtee sich weiterhin, den Service und den Vertrieb in der Fläche zu erhalten und auszubauen. Der Bereich "Mobility" sei auch künftig ein "strategisches Element der Siemens AG", Werke an deutschen Standorten würden nicht geschlossen. Allerdings werde es im Zuge der Sanierung hier zu einem größeren Stellenabbau kommen, teilt die IG Metall mit. Die geplanten Maßnahmen bei Siemens IT Solutions and Services (SIS) würden zurückgestellt und umfassend überprüft.
Siehe dazu auch:
- Siemens streicht weltweit fast 17.000 Arbeitsplätze
- Beratungen über Jobabbau bei Siemens
- Gewerkschafter kritisieren Siemens-Chef
- Auch Siemens Österreich schlägt Sparkurs ein
- 6400 Arbeitsplätze bei Siemens Deutschland fallen weg
- Siemens kommt auch ein Jahr nach Amtsantritt Löschers nicht zur Ruhe
- Siemens plant radikalen Stellenabbau
- Siemens will weitere Stellen abbauen
(anw)