Preiswerte Langläufer

Es muss nicht immer High-End sein: Smartphones mit kleinerem Touchscreen und weniger Rechenpower, aber langer Akkulaufzeit bekommt man fĂĽr weniger als 300 Euro.

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Für die begehrten mobilen Vielkönner muss man nicht unbedingt 500 Euro und mehr ausgeben. Wenn ein kleinerer Touchscreen, etwas weniger Rechenpower oder eine einfachere Kamera als bei den Topmodellen reichen, steht fürs halbe Geld eine ansehnliche Auswahl an gut ausgestatteten Smartphones zur Wahl. Viele überraschen zudem mit langer Akkulaufzeit.

Wer mobil surfen, E-Mails empfangen, chatten oder ĂĽber die neuesten Nachrichten aus der Community auf dem Laufenden bleiben will, kommt auch mit einem gĂĽnstigeren Smartphone zurecht. Sogar GPS und Navigation, WLAN, Bluetooth, Kameras und Multimediaplayer finden sich im mittleren Preissegment. Wir haben elf Modelle unter die Lupe genommen, die ohne Vertrag unter 300 Euro kosten.

Im Vergleich zur Oberklasse mit Vier-Zoll-Displays und Gigahertz-Prozessoren sparen die Hersteller bei Mittelklasse-Smartphones zunächst an der teuersten Komponente: dem Touchscreen. Üblich sind Anzeigen bis 3,2 Zoll Diagonale und preiswerte LCD-Technik. In puncto Kontrast- und Farbumfang können sie mit guten LC- oder OLED-Displays nicht mithalten, was beim täglichen Gebrauch aber nur beim Surfen und dem Anschauen von Fotos auffällt. Störender empfindet man die Winkelabhängigkeit. Zudem besitzen viele der Einsteiger-Modelle resistive Touchscreens, die zwar auch Eingaben per Stift annehmen, bei der Bedienung mit dem Finger aber deutlich weniger Komfort bieten und anders als ihre kapazitiven Pendants keine Multitouch-Gesten erkennen.

Auch an den Chipsätzen sparen die Hersteller und setzen billigere CPUs und Signalprozessoren mit niedrigerem Takt ein. Auf die ruckelfreie Wiedergabe von HD-Videos muss man daher verzichten. Wichtiger ist die Rechenleistung aber für die flüssige Bedienung der Grafikoberflächen, besonders beim Scrollen durch die Menüs, und hier mutet die Einsteigerklasse dem Nutzer die eine oder andere Wartesekunde zu. Andererseits schonen kleinere Displays und schwächere Prozessoren die Akkus, was zu längerer Unabhängigkeit vom Ladegerät führt.

Die Kamera gehört seit Langem zur Pflichtausstattung von Handys, in der Oberklasse gelten fünf Megapixel und ein Autofokus-Objektiv als Standard. Bei Mittelklasse-Geräten findet man dagegen oft Auflösungen von zwei oder drei Megapixeln und einfache Fixfokus-Linsen.

Wie leicht sich ein Smartphone bedienen lässt und wie viele Mobilanwendungen und Spiele – die beliebten Apps – es dafür gibt, hängt vom Betriebssystem ab [1]. Will man nicht mehr als 300 Euro ausgeben, fallen einige Plattformen weg, darunter Apples iOS (iPhone und iPad) und Windows Phone 7.

Andere bieten dagegen eine mehr oder weniger große Auswahl an günstigen Modellen, allen voran Googles Android-Betriebssystem, das auf sechs unserer Testgeräte läuft: Acers beTouch E400, HTCs Wildfire, das GT540 von LG Electronics, das Samsung I5800 Galaxy 3, Sony Ericssons Xperia X8 und das Vodafone 845, das vom chinesischen Hersteller Huawei stammt und mit 100 Euro das günstigste Gerät dieser Auswahl ist.

Nokia setzt auf das Symbian-Betriebssystem und die selbstentwickelte S60-Bedienoberfläche, die es in zwei Versionen gibt: Die 3rd Edition eignet sich für kleine Smartphones ohne Touchscreen wie das Nokia C5-00; auf Touchscreen-Modellen wie dem C6-00 kommt die 5th Edition zum Einsatz. Vom kürzlich von HP übernommenen Hersteller Palm stammt das schicke, für Touchscreen und Fingerbedienung ausgelegte WebOS, das HP weiterführen will. Palms Pixi Plus gibt es bereits für weniger als 250 Euro.

Windows Mobile – von Microsoft gerade in Windows Phone Classic umgetauft – gehört zu den Klassikern unter den Mobilbetriebssystemen. Samsung bietet mit dem B7350 Omnia 735 noch ein aktuelles Windows-Mobile-Smartphone mit Qwertz-Tastatur an. Zudem führt der koreanische Elektronik-Riese das eigene Bada-System mit den Einsteigermodellen S5250 und S5330 (Wave 525 und Wave 533) weiter, wovon wir das Wave 533 für den Test ausgewählt haben. Es unterscheidet sich nur durch seine ausschiebbare Schreibtastatur. Zusammen mit einem preiswerten Vertrag oder einer Prepaid-Karte mit Datenoption bekommt man so mit kleinem Budget einen Einstieg in die Welt der Smartphones inklusive mobilem Surfen und herunterladbaren Apps.

Gerade die Hersteller LG und Samsung haben ein großes Portfolio an günstigen Smartphones, das zudem ständig erweitert wird. So besitzt das Galaxy 3 mit dem Galaxy 550 – auch Galaxy 5 genannt – einen günstigeren Bruder mit kleinerem Display und einfacherer Kamera. Auch lohnt ein Blick auf Auslauf-Modelle wie Nokias 5320, das zurzeit mit Ovi-Maps-Navigation und Autohalterung für rund 140 Euro zu haben ist.