Golf-Strom
Der e-Golf bietet in etwa das, was Nissan mit dem Leaf verkauft. Die Unterschiede werden gesetzteres Design und bessere Bedienung sein, oh: und natürlich der Preis. Der ist noch offen, wir schätzen ihn aber auf mehr als 35.000 Euro
Wolfsburg, 28. August 2013 – Volkswagen stellt zur IAA die Details des angekündigten Golf mit batterieelektrischem Antrieb vor, dem e-Golf. Pünktlich zur Messe können Kunden ab dem 12. September auch den kleinen Bruder e-Up für 26.900 Euro bestellen.
Nur in nobel
Wie den e-Up gibt es den elektrischen Golf nur als Fünftürer in gehobener Ausstattung. Der Grund ist die teure Batterie, deren Preis sich auch im Innenraum und den Details rechtfertigen muss. Der Golf hat daher außer LED-Tagfahrleuchten auch als erster Golf LED-Scheinwerfer für nachts. Außerdem gibt es serienmäßig Klimaanlage, Standheizung, Standkühlung, das große Infotainment-System mit Navi sowie eine Frontscheibenheizung. Standheizung und -kühlung können per Zeitschaltuhr oder ferngesteuert per App gesteuert werden, damit sie ihre Energie im besten Fall ziehen, solange das Auto extern mit Strom versorgt ist. Das Navi hat eine im Vergleich zum e-Up oder zur Konkurrenz erweiterte Reichweitenschätzfunktion, die auch das Höhenprofil einer Strecke berücksichtigt.
Golf-Strom (9 Bilder)

Der e-Golf wird ab circa Mai 2014 verkauft. Man erkennt ihn an seinen Plaketten, der blauen Linie, den LED-Scheinwerfern und der Frontschürze.
Maximal Tempo 140
Der Motor hat eine Spitzenleistung von 85 kW (115 PS) und ein maximales Drehmoment von 270 Nm. Das DIN-Leergewicht will VW im Häppchenmarketing zur IAA verraten, aber es wird in etwa das des Nissan Leaf sein, also rund anderthalb Tonnen. Der e-Golf beschleunigt in 10,4 s auf 100 km/h, bei 140 regelt die Elektronik ab, weil die Drehzahl des Motors im Einganggetriebe danach so hoch wird, dass die Effizienz stark sinkt. Die Batterie des e-Golf speichert 24,2 kWh, VW gibt einen Verbrauch von 12,7 kWh auf 100 km an, aus dem man eine Reichweite von rund 190 km errechnen kann, wahrscheinlich in der Ebene. Von den Erfahrungen des e-Up ausgehend schätze ich diese Reichweite anders als bei vielen Anderen tatsächlich als erfahrbar ein. Der Hauptteil der größeren Praxisreichweite bei VW liegt an der Bedienung, die dort spart, wo am meisten zu holen ist: beim Fahrer.
Über den Wahlhebel zwischen Vordersitzen kann man zum Beispiel dreistufig die rekuperative Bremswirkung einstellen, die der Motor automatisch elektrisch anlegen soll, wenn das Gaspedal losgelassen wird. Zusätzlich gibt es die Stellung "B", in der maximal elektrisch gebremst wird. Mit dieser Steuerung ist es also möglich, frei zu rollen, genauso wie es für jedes Steigungsprofil eine sinnvolle Rekuperations-Einstellung gibt. Wie bei den meisten E-Fahrzeugen beginnt auch ein Tritt aufs Bremspedal zunächst eine elektrische Bremsung, bevor mechanisch die Beläge angelegt werden. Einen Praxistest des Systems im e-Up finden Sie hier.
Geladen wird über einen CCS-Stecker, der im Tankdeckel des Golf angebracht ist. An Schnellladestationen soll der e-Golf in einer halben Stunde bei 80 Prozent Kapazität sein, ist also wohl für etwas höhere Ladeleistung als die e-Up-Batterie (maximal 40 kW) ausgelegt. Der e-Golf erscheint im Frühjahr, wahrscheinlich Mai. Einen Preis gibt es noch nicht, ausgehend vom e-Up mit seinen 26.900 Euro werden es aber wohl mehr als 35.000 Euro werden. (cgl)