Pioneer steigt aus TV-Geschäft aus, entlässt 10.000 Mitarbeiter [Update]
Der japanische Elektronikkonzern will bis zum März 2010 aus dem Geschäft mit Fernsehern aussteigen und sich fortan auf die Bereiche Heim- und Auto-Elektronik konzentrieren. Weltweit sollen 10.000 Mitarbeiter ihren Job verlieren.
Der japanische Elektronikkonzern Pioneer will bis zum März kommenden Jahres aus dem Geschäft mit Fernsehern aussteigen und bestätigte heute zuvor kursierende Berichte offiziell. Insgesamt will Pioneer sich von 10 seiner 30 Produktionsstätten trennen, darunter Werke zur Fertigung von Plasmabildschirmen in den USA und Großbritannien, die noch im ersten Halbjahr 2009 geschlossen werden. Weltweit entlässt der Konzern 10.000 Mitarbeiter – darunter laut Mitteilung (PDF-Datei) 6000 Vollzeitbeschäftigte. Angestellte aus den Bereichen Administration und Verkauf sollen vorzeitig in den Ruhestand geschickt werden. Des Weiteren sollen die Bezüge der Direktoren und Manager bis zum März 2011 um 20 bis 50 Prozent gekürzt und Bonuszahlungen ausgesetzt werden. Zukünftig wolle sich der Konzern auf das Geschäft mit Unterhaltungselektronik und Navigationssystemen im Auto konzentrieren und dort das OEM-Geschäft ausweiten.
Der Geschäftszweig Home Electronics soll sich zukünftig auf die drei Kernbereiche HiFi, DJ-Equipment und Set-Top-Boxen konzentrieren. So wolle der Konzern die Produktpalette an netzwerkfähigen Geräten und Blu-ray-Laufwerken erweitern. Für die optischen Laufwerke sucht Pioneer nach einem Partner für ein Joint Venture. Heißer Kandidat ist der taiwanische Hersteller Asus, der im Unterschied zu Herstellern wie PLDS (Philips/LiteOn), HLDS (Hitachi/LG), TSST (Toshiba/Samsung) oder Optiarc (NEC/Sony) seine Laufwerke bislang allein produziert. Offiziell macht Pioneer aber keinerlei Angaben zu möglichen Joint-Venture-Partnern. In seinem Ausblick sprechen die Japaner davon, Fertigungsanlagen für optische Speichermedien für die nächste Generation von Festplatten nutzen zu wollen.
Das vergangene dritte Quartal hatte Pioneer mit einem Umsatzrückgang von 62 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 131 Milliarden Yen (1,1 Milliarden Euro) abgeschlossen (PDF-Datei). Dem Gewinn von 1,68 Milliarden Yen vor einem Jahr stand nun ein Nettoverlust von 26,1 Milliarden Yen gegenüber. (hag)