Neue Sportjacke

Rolls-Royce baut erstmals ein Auto für Selbstfahrer. Es ist mit mit 632 PS und 800 Nm Drehmoment zugleich das kräftigste Auto der Firmengeschichte und das erste Rolls-Royce-Coupé seit dem Camargue von 1975

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Wien (Österreich), 18. September 2013 – Rolls-Royce baut erstmals ein Auto für Selbstfahrer. Es ist mit mit 632 PS und 800 Nm Drehmoment zugleich das kräftigste Auto der Firmengeschichte und das erste Rolls-Royce-Coupé seit dem Camargue von 1975. Die größte Herausforderung dabei war die Verbindung von Waftability, dem entkoppelten Gefühl eines fliegenden Teppichs mit freudenspendender Fahrdynamik. Und doch ist den Entwicklern diese unmöglich geglaubte Synthese von Gegensätzlichem auf unerwartete Weise gelungen.

5,27 Meter Länge sind für Rolls-Verhältnisse nicht viel, lassen aber in Verbindung mit einer Breite von 1,95 Meter jeden Mercedes CL schmächtig wirken, von einem Bentley Continental GT ganz zu schweigen. Unverkennbar ist der Wraith ein Coupé-Ableger des Ghost. Bis zur B-Säule sehen sich beide ähnlich, dann geht es beim Wraith in einer geraden Linie bergab. Ein Fließheck ist er aber nicht, denn nur ein kleiner Deckel öffnet den Zugang zum immerhin 470 Liter großen Gepäckabteil. Mehr als nur eine Schau sind die hinten angeschlagenen, riesigen Türen, die sich auf Tastendruck neben dem vorderen Dreiecksfenster automatisch schließen. Sie ermöglichen auch ein standesgemäß würdevolles Be- und Entsteigen.

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Der Rolls-Royce Wraith ist die zweitürige Version des luxuriösen Ghost.

Die Position des Wraith im Modellprogramm von Rolls-Royce bringt ein Firmensprecher treffend auf den Punkt: Der Phantom ist der Frack, der Ghost der Business-Anzug und der Wraith die Sportjacke. Das spürt man spätestens auf der Autobahn, Stadtverkehr ist aus naheliegenden Gründen nicht die Domäne des Wraith. Sobald das Gaspedal tief im flauschigen Lammfellteppich versenkt wird, geht die Post ab. In nur 4,6 Sekunden schießt der gut 2,4 Tonnen schwere Wraith auf Tempo 100. Möglich macht es der 6,6-Liter-Twinturbo-V12 von BMW mit 632 PS und 800 Nm. Stärker war bislang noch kein Rolls-Royce-Serienmodell. Der Tacho geht nur bis 260 km/h. Reicht, denn bei 250 km/h wird sowieso elektronisch abgeregelt. Einen Drehzahlmesser gibt es nicht, selbst gegen Aufpreis nicht, stattdessen eine "Power Reserve"-Anzeige.