Die Bedeutung der Wissensarbeit in Unternehmen
Das Wissen der Mitarbeiter als Erfolgsfaktor wird für Unternehmen immer wichtiger. Entsprechend hoch ist der strategische Stellenwert, der Spezialisten eingeräumt wird - zumindest in der Theorie.
Wenn es um den Erfolg von Unternehmen geht, ist oftmals von "Wissensarbeit" die Rede. Hinter dem sperrigen Begriff verbirgt sich der fortschreitende Wandel von der Industrie- zur Wissensgesellschaft und der Tatsache, dass das Know-how der Mitarbeiter zu einem zentralen Wirtschafts- und Erfolgsfaktor fĂĽr Unternehmen geworden ist.
Wissensarbeit hat für Unternehmen einen hohen strategischen Stellenwert, darin ist sich die Mehrheit der so genannten Wissensarbeiter, also der Spezialisten für bestimmte Bereiche, mit ihren Führungskräften einig, wie die Studie "Wissensarbeiter und Unternehmer im Spannungsfeld" des Personaldienstleisters Hays zeigt.
Wissensarbeiter und Unternehmen im Spannungsfeld (12 Bilder)

Entwicklung der Erwerbstätigkeit nach der Wissensintensität der Wirtschaftsbereiche in Deutschland 1995 bis 2006
Wenn es um die praktische Umsetzung dieses Stellenwerts in Unternehmen geht, haben Wissensarbeiter und ihre Führungskräfte allerdings unterschiedliche Eindrücke. So sind fast 60 Prozent der Führungskräfte der Meinung, dass Wissensarbeitern in den Unternehmen eine herausgehobene Stellung eingeräumt wird. Von denen sieht das aber nur knapp die Hälfte so. 85 Prozent der Führungskräfte sagen, dass sie gegenüber den ihnen unterstellten Spezialisten eher als Coach denn als Chef auftreten und nur 12 Prozent sehen sich in einer kontrollierenden Funktion. Kommt aber anders an: 46 Prozent der Wissensarbeiter nehmen ihren Vorgesetzten in einer kontrollierenden Rolle wahr. 32 Prozent sehen den Chef und nicht sich selbst als Experten an, dem sie eigentlich nur zuarbeiten. Die Selbst- und Fremdwahrnehmung der Befragten unterscheidet sich also ziemlich.
Einigkeit herrscht immerhin beim Thema Selbstbestimmung: 88 Prozent der Führungskräfte gestehen ihren Wissensarbeitern nach eigenen Angaben ein hohes Maß davon zu. Dieser Aussage stimmen 90 Prozent der Wissensarbeiter zu.
Bei der Wahl des Arbeitsortes ist es mit der Freiheit allerdings wieder vorbei. Nur 62 Prozent der Wissensarbeiter sagen, dass ihnen hier eine große Flexibilität ermöglicht wird. Zugleich sagen 82 Prozent der Führungskräfte, dass ihre Wissenarbeiter den Arbeitsort selbst bestimmen dürfen – aber offenbar nur in einem sehr eng gesteckten Rahmen. Unterschiedliche Ansichten gibt es auch in punkto Routinearbeiten: 55 Prozent der Wissensarbeiter haben den Eindruck, dass ihre Tätigkeit sehr viel davon enthält, das glauben aber nur 25 Prozent ihrer Führungskräfte. Die Mehrheit geht davon aus, dass Wissenarbeiter in ihrem Unternehmen von Routineaufgaben und bürokratischen Hürden in der Regel verschont bleiben.
Die allzu positive Sicht auf die Dinge, die Führungskräfte haben, könnte auf Dauer problematisch werden. Denn wie die Umfrage weiter zeigt, sind Wissensarbeiter, die sich nicht zeitgemäß gemanagt fühlen, sind sie in hohem Maße wechselbereit. 58 Prozent der befragten Wissensarbeiter sind bereit, das Unternehmen zu wechseln, um sich inhaltlich weiterzuentwickeln. ()