Logisch unlogisch

Audis RS-Modelle waren bisher einfach sportliche Autos. Das Neueste heißt aber RS Q3, ist also ein SUV. Bekanntermaßen steht das "S" in "SUV" für "Sports" nicht für Fahrdynamik, sondern für einen hohen Schwerpunkt und adipöse Dimensionen. Wie passt "RS" zu "SUV"?

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Innsbruck (Österreich), 26. September 2013 – Audis RS-Modelle markieren die jeweiligen PS-Gipfel im Programm. Bisher waren das einfach sportliche Autos. Das Neueste heißt aber RS Q3 – in dieser Riege das erste SUV. Bekanntermaßen steht das "S" in "SUV" für "Sports" nicht für Fahrdynamik, sondern für einen hohen Schwerpunkt und adipöse Dimensionen. RS und SUV, kann das gut gehen?

Heute entscheiden die Kunden, was vom Band rollt (SUVs) und die Marketingleute, wie man damit noch besser verdient. Und weil sich höhergelegte Autos nicht nur gut sondern wegen ihres höheren Preises auch profitabler verkaufen lassen, bekommt eben dieses Segment eine RS-Version. Wohlgemerkt ist das eine Marketing- und keine Ingenieursidee. Audi ist mit diesem ökonomisch logischen Trend zum fahrdynamisch unlogischen Auto keineswegs allein. Er ist nur der erste Kompakt-SUV in Deutschland mit einer derart hohen Leistung. Im kommenden Jahr wird Mercedes mit dem GLA 45 AMG nachziehen. In den USA wiederum gibt es schon einen BMW X1 xDrive35i mit 304 PS. Wie sich die Zeiten ändern: Vor der Machtübernahme des Marketing baute Audi die Kleinauflage des Sport quattro, weil das Auto für den Renneinsatz gebraucht wurde.

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Der neue Audi RS Q3 ist das erste SUV der Marke mit RS-Adel.

Sein 2,5-Liter-Turbofünfzylinder ist bereits mehrfach ausgezeichnet: Er durfte sich bereits im alten RS 3 Sportback und TT RS beweisen. Im RS Q3 wird er mit 310 PS etwas gedrosselt, die Endgeschwindigkeit bei 250 km/h abgeregelt (warum nur). Obligatorisch sind ein Doppelkupplungsgetriebe mit sieben Gängen und natürlich der Allradantrieb. Eine hydraulische Lamellenkupplung an der Hinterachse verteilt die Antriebskräfte bedarfsgerecht bis maximal 50:50 zwischen den beiden Achsen. SUVs kann man natürlich wunderbar tieferlegen. Man muss es auch, wenn sie fahrdynamisch an RS-Bereiche wenigstens heranreichen sollen. Im Falle des Q3 sind es 25 Millimeter.

Von typischen RS-Merkmalen wie die großen Luftöffnungen an der Front und diversen Alu-Applikationen an der Karosserie abgesehen, tritt der 4,41 Meter lange Audi fast bescheiden auf. Weitere Merkmale sind die Leder-Alcantara-Sportsitze, das griffige, unten abgeflachte Lenkrad und die gewissermaßen obligatorischen Carbon-Einlagen im Cockpit.