Mit Hightech gegen ParksĂĽnder

In Russland wird auf Hightech-Systeme samt Ortungstechnik gesetzt, um Falschparker ausfindig zu machen.

vorlesen Druckansicht 71 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.

Laut dem "TomTom Stau-Index" verbringen die Bewohner Moskaus täglich 66 Prozent mehr Zeit im Auto als nötig. Genauso überlastet sind auch die Parkplätze. Allein in der Innenstadt parken täglich 46000 Autos im Halteverbot, weitere 89000 auf Bürgersteigen und Straßen. Um zu kontrollieren, ob die Autobesitzer ihre Parkgebühren zahlen, patrouillieren mittlerweile über hundert unauffällige Überwachungsfahrzeuge, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe.

Mit diesem System der ParkraumĂĽberwachung betritt Moskau echtes Neuland: An Bord sind eine Weitwinkel- und eine Teleobjektivkamera, ein LED-Scheinwerfer fĂĽr Nachtaufnahmen sowie ein Fahrer und ein Operator, der die Kameras und die Computertechnik bedient.

Zu jedem Parkplatz und jedem Parkverbot sind GPS-Koordinaten abgespeichert. Die Fahrzeuge fotografieren jeden Standort zweimal im Abstand von 15 bis 20 Minuten, um sicherzustellen, dass ein Fahrzeug tatsächlich parkt und nicht nur zum Ein- und Aussteigen dort stand. Im Bordcomputer werden per Bluetooth GPS-Signal, Kamerabild und Uhrzeit zusammengeführt und dann auf einer handelsüblichen SD-Karte gespeichert.

Seit Beginn der Pilotphase haben die ParkgebĂĽhren bereits 570.000 Euro in die Stadtkassen gespĂĽlt. In den betroffenen StraĂźenzĂĽgen ist die Zahl der Autos nach Angaben der Moskauer Stadtverwaltung um 20 bis 25 Prozent gesunken, der Verkehrsfluss hat sich um neun Prozent verbessert.

Am einfachsten ist es, per kostenpflichtiger SMS zu bezahlen: Man gibt die vierstellige Nummer des Parkareals an, das Autokennzeichen und die Parkdauer. Fünfzehn Minuten vor Ablauf der Parkzeit kommt erneut eine SMS, die einem die Möglichkeit gibt, die Parkzeit zu verlängern. Fährt der Besitzer seinen Wagen früher weg, kann er per SMS die Parkuhr anhalten – und bekommt den verbliebenen Betrag gutgeschrieben.

Mehr zum Thema in Technology Review online:

(bsc)