Sharps Brautwerbung bei Sony
Mit einer Tochtergesellschaft will Sharp dem Unterhaltungsriesen Sony den Einstieg in die modernste LCD-Fabrik der Welt schmackhaft machen.
Durch Gründung einer Tochtergesellschaft namens Sharp Display Products Corporation will der japanische LCD-Hersteller Sharp dem japanischen Unterhaltungskonzern Sony die Beteiligung an einer neuen LCD-Fabrik erleichtern. Auf seiner Webseite erläutert das Unternehmen, die Tochtergesellschaft SDP Corp. entstehe mit dem Ziel eines Joint Ventures mit Sony an der LCD-Fab der 10ten Generation. In der noch im Bau befindlichen Fabrik im japanischen Sakai nahe Osaka sollen ab April 2010 erstmals riesige Glassubstrate in der Größe von 2,85 m × 3,05 m verarbeitet werden. Sharp nennt als Starkapital für die SDP Corp. 100 Millionen Yen, deren 2000 Anteile derzeit zu 100 Prozent dem Mutterhaus gehört. Sony soll sich künftig mit 34 Prozent an der Fabrik beteiligen.
Sony ist allerdings bereits an einer LCD-Fabrik der achten Generation von Samsung im Joint Venture S-LCD beteiligt, steht derzeit mit LG Displays in Verhandlung über die Lieferung von Fernsehpanels und hatte angesichts der angespannten Finanzsituation kürzlich verlautbart, die geplante Beteiligung an der LCD-Fab von Sharp zunächst auszusetzen. An den Investitionskosten von insgesamt 3,56 Milliarden US-Dollar wollte sich Sony eigentlich mit 926 Millionen US-Dollar beteiligen.
Am Standort der neuen LCD-Fabrik von Sharp entsteht zugleich eine Fabrik für Solarzellen: Da hier ebenfalls große Glassubstrate und Dünnfilmtransistoren verarbeitet werden müssen, setzen immer mehr Hersteller auf die Kombination von LCD- und Solarpanels. Sharp hat diese günstige Kombination sehr früh erkannt und schon vor Jahren bei der Planung seiner topmodernen Fabrik in Sakai berücksichtigt. Nun steht das japanische Unternehmen in Verhandlungen mit Toshiba über eine mögliche Kooperation im Bereich der Solarenergie: Toshiba soll die Elektronik für die Module liefern, Sharp die Solarpanels. Mit der im kommenden März anlaufenden Produktion in Sakai sollte Sharp den Bedarf an Solarpanels problemlos befriedigen können. Für den angeschlagenen Chiphersteller Toshiba könnte die Solarenergie zu einer Art Rettungsanker werden. (uk)