IG Metall fĂĽr Initiative zum Erhalt deutscher Halbleiterindustrie

Die Chipindustrie vor allem in Sachsen sei mit erheblichen staatlichen Investitionen zu einer Größe herangewachsen, die eine eigenständige Entwicklung neuer Technologien und Produkte ermögliche, meint die IG Metall

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  • dpa

Die IG Metall befürchtet wegen des geplanten Stellenabbaus in der sächsischen Chipindustrie eine Schwächung des Halbleiterstandortes Deutschland. Die Landesregierung von Sachsen und der Bund müssten eine industriepolitische Initiative für den Erhalt starten, forderte Olivier Höbel, Bezirksleiter der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen. Die Infineon- Tochter Qimonda hatte unlängst angekündigt, weltweit 3000 Arbeitsplätze abzubauen, davon 950 in Dresden. AMD lagert seinen Standort Dresden in ein neues Unternehmen aus.

Die neue Strategie von Qimonda, sich auf die Fertigung hochwertiger Speicherelemente zu konzentrieren und sich aus dem Massenmarkt zu verabschieden, leitet nach Ansicht von Höbel das Ende der Speicherfertigung und -entwicklung in Deutschland und Europa ein. Das bedeute nicht nur Abhängigkeit von der Belieferung. Es entstehe auch das Problem, von der weiteren Entwicklung einer Basistechnologie abgekoppelt zu werden. Die Chipindustrie vor allem in Sachsen sei mit erheblichen staatlichen Investitionen zu einer Größe herangewachsen, die eine eigenständige Entwicklung neuer Technologien und Produkte ermögliche.

Vergangene Woche war die Zukunft der Branche auch Thema einer Debatte im sächsischen Landtag. Befürchtungen wurden laut, dass Sachsen im Wettbewerb den Anschluss an die Weltspitze verlieren könnte, wenn es weiter Beschränkungen der EU-Fördersätze gebe. Die Linken machten darauf aufmerksam, dass die drei großen Hersteller AMD, Infineon und Qimonda in Dresden 2200 Stellen aufgaben. Zur Branche in Sachsen gehören rund 1200 Unternehmen mit 44.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von etwa sechs Milliarden Euro.

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(dpa) / (jk)