Samsung nimmt Abstand von SanDisk

Nachdem der kalifornische Speicherspezialist tiefer in die Verlustzone geraten ist, nimmt der koreanische Elektronikriese und Weltmarktführer bei Flash-Speicher sein Übernahmeangebot zurück.

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Der südkoreanische Elektronikkonzern Samsung hat sein Übernahmeangebot für den Speicherhersteller SanDisk zurückgezogen. Das US-Unternehmen hatte zuvor Samsungs Offerte in Höhe von rund 5,8 Milliarden US-Dollar als zu niedrig zurückgewiesen. Nun begründete Samsung den Rückzug nach sechsmonatigen Verhandlungen mit der unsicheren Wirtschaftslage und Zweifeln am Wert SanDisks.

Seit Samsungs Angebot, 26 US-Dollar für jede SanDisk-Aktie zu zahlen, hat sich die globale Großwetterlage deutlich verändert. Nach Bekanntgabe eines hohen Quartalsverlustes am Dienstag notiert das Papier noch bei 14 US-Dollar. Zudem hatte SanDisk ein Abkommen mit Toshiba über eine Neuordnung der als Joint Venture betriebenen Speicherfabriken geschlossen. Einige Beobachter sehen in diesem Vertrag, der Toshiba den Zugriff auf zwei Drittel der Produktionskapazitäten beider Fabs zusichert, die "Giftpille" zur Abwehr des Samsung-Angebots.

Samsung dürfte auch an SanDisks geistigem Eigentum interessiert gewesen sein. Die Koreaner überweisen jährlich 500 Millionen US-Dollar für Lizenzgebühren an die Amerikaner. Auch dehalb gilt als nicht ausgeschlossen, dass sich Samsung weiter um SanDisk bemüht und möglicherweise ein niedrigeres Angebot vorlegt. Die Koreaner können eine Übernahme dieser Größenordnung allerdings auch nicht aus der Portokasse finanzieren. Auch der Elektronikkonzern spürt die nachlassende Konjunktur und leidet bei Auslandsgeschäften zusätzlich unter der schwächelnden koreanischen Währung. (vbr)