Zeppeline für die Wissenschaft
Ein US-Report schlägt eine Art "X Prize" für Forschungsluftschiffe in 20 Kilometern Höhe vor. Mit Kameras und Sensoren sollen sie schwebende Observatorien sein.
Die Wissenschaft interessiert sich wieder zunehmend für Luftschiffe. Ausgestattet mit Kameras, Sensoren und Teleskopen, könnten sie Observatorien zwischen Boden und Satellitenumlaufbahnen sein, die Blicke in den Weltraum werfen oder Geodaten erheben. Welche Vorteile sie bieten, hat nun eine Gruppe um Sarah Miller vom Keck Institut for Space Studies in Pasadena in einem Report zusammengestellt, berichtet Technology Review in seiner Online-Ausgabe. Darin fordern die Wissenschaftler, die Fluggeräte gezielt zu fördern.
Denn: Forschungsluftschiffe, wie Miller und ihre Kollegen sie empfehlen, müssen erst noch gebaut werden. Allerdings ist mit dem Ende der US-Militäreinsätze im Irak und demnächst auch in Afghanistan die Förderung der Luftschiff-Entwicklung deutlich reduziert worden.
Die Autoren des Reports schlagen deshalb einen Wettbewerb vor, der wie der X-Prize für wiederverwendbare Raketen Innovationen bei Luftschiffen antreiben soll. Ziel sei ein steuerbares Luftschiff, das in 20 Kilometern Höhe für mindestens 20 Stunden eine Nutzlast von 20 Kilogramm tragen kann.
Das ist eine größere Herausforderung als es zunächst erscheinen mag. Für den Steuerantrieb ist Treibstoff nötig. Verdoppelt sich die Geschwindigkeit, ist bereits die achtfache Menge Treibstoff nötig. Sein Gewicht wiegt also umso schwerer, je schneller das Luftschiff fliegen soll.
Zweite Schwierigkeit: die Temperaturen, denen die Konstruktion ausgesetzt ist. In 20 Kilometer Höhe umfassen sie eine Spanne von bis zu 50 Grad Celsius. In der dünnen Höhenluft der Stratosphäre kann überschüssige Wärme zudem schlechter abtransportiert werden. Unüberwindliche Hindernisse sind das jedoch nicht. Die Frage ist eher: Wer will diesen "X Prize" finanzieren? Freiwillige vor.
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(bsc)