Versteckte Kostentreiber
Wer mit dem eigenen Gefährt in den Urlaub aufbricht, hat oft gute Gründe. Während man die Spritkosten leicht vorauskalkulieren kann, kommen Mautgebühren oft als überraschender Faktor oben drauf
- Marcel Sommer
- Wolfgang Gomoll
München, 2. Juli 2014 – Wer mit dem eigenen Gefährt in den Urlaub aufbricht, hat oft gute Gründe: Flexibilität beim Einlegen von Zwischenstopps, lustbestimmte Freizügigkeit bei Ausflügen am Urlaubsort und vor allem das problemlose Handling von Reisegepäck. Manche brauchen gar keine rationale Erklärung – sie haben einfach eine Vorliebe für Touren mit dem Auto. Während man die Spritkosten leicht vorauskalkulieren kann, kommen die Mautgebühren – manchmal überraschend – oben drauf. Sie können die Reisekasse kräftig belasten.
Die Mautpreise sind dabei so unterschiedlich wie die Länder selbst. Mehr als 20 europäische Länder bitten für die Benutzung der Autobahnen zur Kasse. So müssen in Slowenien 15 Euro für eine Sieben-Tages-Vignette gezahlt werden, während der gleiche Zeitraum in Rumänien nur mit drei Euro zu Buche schlägt. In der Schweiz kostet die einzig verfügbare Vignette 33 Euro. Sie ist allerdings für das gesamte Jahr gültig und betrifft Autos bis 3,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht. Achtung: Gespannfahrer benötigen jedoch zwei Vignetten, eine für das Zugfahrzeug und eine für Wohnwagen oder sonstige Anhänger.
Versteckte Kostentreiber (7 Bilder)

(Bild: ACE Auto Club Europa)
Wohnwagengespann: zwei Vignetten fĂĽr die Schweiz
In Österreich stehen drei Autobahn-Pickerl für Pkw bis 3,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht zur Wahl: zehn Tage für 8,50 Euro, zwei Monate für 24,80 Euro und 14 Monate (vom 1. Dezember bis zum 31. Januar) für 82,70 Euro. Neben Österreich, Rumänien, Slowenien und der Schweiz müssen Reisende Vignetten für kostenpflichtige Strecken in vier weiteren Ländern kaufen: Bulgarien, Slowakei, Tschechien und Ungarn. Die ungarische e-Matrica wird nicht auf die Scheibe geklebt. Man erwirbt eine Berechtigung, die Autobahn zu benutzen, bei der das Kennzeichen registriert wird. Kameras erfassen auf Autobahnen alle Fahrzeug-Kennzeichen. Dann wird automatisch geprüft, ob sie in der Datenbank hinterlegt sind. Deshalb sollte man beim Angeben der Nummernschilddaten seine beste Handschrift verwenden. In Ungarn ist der Wohnwagen übrigens mautfrei.
Oft bleibt es jedoch nicht bei diesen Einmalzahlungen, da in der Regel noch Sondermauten für Brücken, Tunnel oder bestimmte Streckenabschnitte erhoben werden. Wer zum Beispiel den 5,8 Kilometer langen „Großer St. Bernhard-Tunnel“ in der Schweiz nutzt, zahlt für einen Pkw ohne Anhänger hin und zurück 40,20 Euro. Für ein Gespann kostet es 49,40 Euro.
Frankfurt – Madrid: 121,15 Euro Maut
In Bosnien-Herzegowina, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Mazedonien, Norwegen, Polen, Portugal, Serbien, Spanien und in der Türkei fallen dagegen streckenbezogene Gebühren für Autobahnen, Tunnel, Pässe oder Brücken an. 121,15 Euro Maut kostet im Sommer 2014 eine Fahrt von Frankfurt am Main in die 1835 Kilometer entfernte spanische Hauptstadt Madrid! Wie die Gebühr kassiert wird, ist je nach Region unterschiedlich. Gezahlt wird entweder an einer Mautstation oder online.