Immer noch Hubraum statt Spoiler
Der neue, 510 PS starke V8 ist ein Downsizing-Ergebnis, wenn auch auf sehr hohem Niveau. Damit verliert der C 63 zwar ein bisschen vom Reiz seiner "Hubraum statt Spoiler-Philosophie", wird aber kräftiger und verliert nichts von seiner aggressiven Rotzigkeit
- Marcel Sommer
Faro, 24. Februar 2015 – Der C 63 AMG der Baureihe 204 war mit rund 40.000 Einheiten das meistverkaufte AMG-Modell. Daimler wäre es natürlich eine große Freude, mit dem AMG C 63 da anknüpfen zu können. Die wohl substanziellste Umstellung ist die von Hubraum auf Aufladung – der neue, 510 PS starke V8 ist ein Downsizing-Ergebnis, wenn auch auf sehr hohem Niveau. Damit verliert der C 63 zwar ein bisschen vom Reiz seiner "Hubraum statt Spoiler-Philosophie", wird aber kräftiger und verliert nichts von seiner aggressiven Rotzigkeit.
Konstanter Schub auch mit Doppelturboaufladung
Der größte Unterschied zu seinem Wettbewerberbsmodell BMW M3 ist die Anzahl an Zylindern. Während den BMW das Downsizing Zylinder gekostet hat, blieb Mercedes-AMG beim sportlich tönenden V8 – jedoch nicht ohne nennenswerte Unterschiede zum 6,3 Liter großen Saugmotor-Vorgänger. Der Verlust von immerhin 2,2 Litern Hubraum wird von einer Biturbo-Aufladung ausgeglichen, die ohne lästige Turbo-Macken nahezu konstanten Schub bereitstellt. Dabei kam es zu einer Überkompensation: 700 Nm Drehmoment halten das in drei verschiedenen Modi einstellbare ESP im Dauerstress. Das scharfe und auch das mittelscharfe ESP halten den Wagen und seine bis zu fünf Insassen auf geregelten Bahnen und wacht über die richtige Bremsbalance, selbst im angeblich deaktivierten Modus.
Immer noch Hubraum statt Spoiler (19 Bilder)

Eine Limousine mit so viel Kraft scheint einen gewissen Reiz zu verströmen - immerhin 40.000 Stück konnte Daimler vom Vorgänger des C 63 AMG absetzen.
Die Schaltvorgänge werden mit einem brachialen Zwischengas-Sound begleitet, sobald die Aluminium-Schaltpaddels benutzt werden. Außer auf der Rennstrecke oder bei einer heißen Kurvenjagt lohnt sich eine Übersteuerung der Siebengang-Automatik allerdings nicht. Und auch das Herumspielen mit den Fahrmodi zwischen Comfort, Sport, Sport+, Individual und Race bringt beim täglichen Gebrauch nur wenig. Zu hart ist die Federung in den sportlichen Modi.