Elektromotoren am Rad

Sachsen-Anhalt zeigt auf der Hannover Messe direkt angetriebene Räder: Die Hochschule für angewandte Wissenschaften hat ihr EE-SpeedBike deutlich verbessert - die Universität Magdeburg präsentiert einen leichten Radnabenmotor für Elektroautos.

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Elektromotoren am Rad

Das EE-SpeedBike ohne Kette

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Die Hochschule für angewandte Wissenschaften in Wernigerode zeigt auf der Hannover Messe ein Fahrrad ohne Kette. Die Kraftübertragung erfolgt bei dem futuristischen Zweirad elektrisch. Die Pedale treiben einen Generator an, der wiederum einen Elektromotor am Hinterrad speist. Ergänzt wird das System durch einen Akku wie beim E-Bike. Das Fahrrad kann stufenlos schalten und die Belastung so regeln, dass immer gleich schnell getreten werden muss.

Das EE-Speedbike wurde bereits im vergangenen Jahr auf der Hannover Messe gezeigt. Die damalige Version war allerdings auf 25 km/h im unterstützten Betrieb begrenzt. Das neue Modell schafft 45 km/h und steigt damit in die Klasse der E-Bikes auf, die als Kleinkrafträder zählen. Außer dem stärkeren Motor (jetzt 1000 W) wurde auch der Generator an den Pedalen deutlich verbessert, sodass die neue Version mit weniger als 30 kg nicht schwerer geworden ist. Die Konstrukteure wollen das Gewicht des Gefährts bis zur Serienreife 2016 noch auf unter 25 kg reduzieren.

Dass keine Kette mehr herunterspringen kann, hat aber auch einen Preis. GegenĂĽber anderen E-Bikes gehen etwa 10 Prozent der in die Pedale getretenen Energie durch die Umwandlung verloren. Im Vergleich zum rein kettengetriebenen Fahrrad dĂĽrften es fast 15 Prozent sein. Im Betrieb soll man davon allerdings nichts spĂĽren, da der Akku die Verluste ĂĽber viele Kilometer ausgleichen kann.

Die stolzen Erfinder des nicht mal 20 kg schweren Radnabenmotors. Der Motor ist in eine Standardfelge eingebaut.

Das Rad direkt elektrisch antreiben will auch die Universität Magdeburg. Dort forscht man an einem besonders leichten Radnabenmotor für Elektroautos. Der Vorteil eines solchen Antriebs liegt darin, dass Getriebe und Antriebswellen wegfallen können. Sind die Räder zu schwer, kann es jedoch zu Problemen beim Fahrverhalten kommen. "Die Tests haben gezeigt, dass die Grenze bei etwa 30 kg Gewicht liegt", erläutern die Forscher. Deshalb zeigen sie auch mit einigem Stolz einen Prototypen mit weniger als 20 kg auf der Messe.

Wird der Antrieb beim Elektroauto in die Räder verlegt, bleibt mehr Platz im Innenraum für Akkus und Steuerungselektronik. Auch wegen dieser Vorteile ist der komplett neu entwickelte Motor zum Patent angemeldet. Es soll Interesse aus der Industrie geben, nicht jedoch von großen Automobilherstellern. In aktuellen Serien-Elektroautos sitzt der Antrieb in der Karosserie, nicht in den Rädern.

Die Radmotoren können am Gemeinschaftsstand des Landes Sachsen-Anhalt in Halle 2 am Stand A38 bestaunt werden. (pmk)