Sag zum Abschied ...
Seit Jahren beklagen wir dass es auf der größten Computermesse der Welt eigentlich nichts neues mehr zu sehen gibt - und so nach und nach ist die Erkenntnis auch in Vorstandsetagen der internationalen Konzernwelt vorgedrungen.
...leise servus? Das neue Jahr fängt gut an: Nicht genug damit, dass ich meinen Wach-Schlaf-Rhythmus ab heute wieder gewaltsam mit der Außenwelt synchronisieren muss. Lese ich doch auch noch in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung, dass die Deutsche Messe AG wegen der CeBIT in diesem Jahr in die roten Zahlen geraten wird. Bereits im Dezember gab es Berichte nach denen die CeBIT 2007 um 15 Prozent weniger Ausstellungsfläche verfügt. Und nun das: Die größte Computershow der Welt reißt ihre Betreibergesellschaft in die roten Zahlen.
Meine Aufregung mag Ihnen wie skurriler Lokalpatriotismus vorkommen, aber die Entwicklung markiert einen ernsthaften Einschnitt: Seit Jahren beklagen wir, dass es auf der größten Computermesse der Welt eigentlich nichts Neues mehr zu sehen gibt - und so nach und nach ist die Erkenntnis auch in Vorstandsetagen der internationalen Konzernwelt vorgedrungen. Das Konzept einer Real-Hightech-Show hat in der zunehmend virtuellen Branche meiner Meinung nach nur noch anachronistischen Charme. Echte Neuigkeiten kann man mittlerweile per Webcast in die Welt blasen - man muss zudem nicht in einem eng begrenzten Zeitraum mit Hunderten von anderen Ausstellern um die Aufmerksamkeit der Medien buhlen. Geschäftskontakte kann man bequemer und diskreter - oder glaubt jemand, der BenQ-Deal ist am Rande der CeBIT ausgehandelt worden? - woanders knüpfen. Und die Kollegen von der Presse haben auch erheblich bessere Laune, wenn man sie einmal im Jahr nach Paris fliegt, statt nach Hannover.
Was bleibt? Na ja, da wären natürlich die Endkunden, die das ganze schöne neue Spielzeug ja schließlich kaufen sollen. Die Messe AG in Hannover will weiterhin "konsequent auf die weitere Professionalisierung der Messe" - sprich die kleine Schar der gut zahlenden Geschäftskunden - setzen. Obwohl das Publikum zu Events wie der Internationalen Funkausstellung und der Games Convention in Massen strömt. Sieht ganz so aus als bräuchte die Mutter aller Computermessen einen harten Reset. (wst)