Auf ursprünglichem Terrain
Unsere Probefahrt mit Daimlers neuem SUV zeigt: Mit dem GLC will man offenbar weg aus der Fahrdynamik-Nische, die bereits erfolgreich von den beiden Bayern X3 und Q5 belegt ist. Stattdessen gibt man sich klassisch gediegen freizeitorientiert und stellt sich damit in ursprünglichem SUV-Terrain auf
- Stefan Grundhoff
Breisgau, 14. Juli 2015 – Unsere Probefahrt mit Daimlers neuem SUV zeigt: Mit dem GLC will man offenbar gar nicht so sehr mitmischen in der Fahrdynamik-Nische, die bereits erfolgreich von den beiden Bayern X3 und Q5 belegt ist. Stattdessen gibt man sich klassisch gediegen freizeitorientiert und stellt sich damit klar in ursprünglichem SUV-Terrain auf.
Dazu passt die optionale Geländegängigkeit: Der 1,9 Tonnen schwere Allradler kraxelt den Anstieg mit über 70 Prozent Steigung hinauf und auf der anderen Seite des spektakulär steilen Hügels fährt der GLC so unspektakulär wieder hinunter, wie er ihn bezwang. Dazwischen tiefe Löcher und eine spektakuläre Passage, welche die Verschränkung der Achsen über ihre Grenzen hinaus bringt und dadurch beweisen hilft, dass dem Auto auch mit einem Rad in der Luft die Traktion nicht ausgeht. Mit seiner optionalen Luftfederung, einem wichtigen Alleinstellungsmerkmal im Segment und einem entsprechenden Offroadpaket kennt er für rund 3000 Euro Aufpreis abseits befestigter Pisten kein Halten mehr. Hier klettern allenfalls noch die größeren SUV-Modelle Range Rover oder VW Touareg hinterher.
Auf ursprünglichem Terrain (18 Bilder)

(Bild: Daimler (alle))
Hier könnte der GLC BMW X3 und Audi Q5 Kopfschmerzen bereiten, wenn nennenswerte Anteile der potenziellen GLC-Kunden mit dem 4,66 Meter langen und fünf Zentimeter breiter gewordenen SUV tatsächlich ins schwere Gelände gingen. Doch das darf getrost bezweifelt werden, wie selbst Daimler-Verantwortliche zugeben. Doch immerhin ist Allradantrieb bei allen Modellen Serie. Die Lenkung ist angenehm leichtgängig und wer an den Schaltermodulen des Offroad-Paketes herumspielt, kann die Bodenfreiheit auf 23 Zentimeter erweitern. Auf der Straße schluckt der GLC mit Luftfederung und adaptiver Dämpfung alles weg und verwöhnt mit einem niedrigen Geräuschniveau.
Großer Wert wurde auf den Laderaum gelegt
Das Platzangebot vorne ist insbesondere aufgrund der breiten Mittelkonsole nicht opulent, doch ausreichend. Die elektrischen Verstellmöglichkeiten sind vielfältig und wer will, kann den heißen Tagen mit klimatisierten Sitzen den Schrecken nehmen. Der Innenraum präsentiert sich stark an das Interieur von C- und GLE-Klasse angelehnt, wirkt schick, edel und aufgeräumt. Im Vergleich zum Vorgänger gibt es schon Dank des um 11,8 Zentimeter verlängerten Radstandes deutlich mehr Platz und Variabilität. So können die Passagiere im Fond allein fast sechs Zentimeter mehr Beinfreiheit genießen. Besonders großen Wert wurde bei der Entwicklung des Mercedes GLC auf den Laderaum gelegt, der bereits im Normalzustand 550 Liter schluckt. Ein Griff und der Laderaum erweitert sich durch Umklappen der 40:20:40-Rückbank auf bis zu 1600 Liter. Um eine möglichst große Ladebreite zu bekommen, wurde der Hinterwagen speziell für den GLC entwickelt.