Dynamisch effizent
BMW überarbeitet seinen Dreier so dezent, dass man selbst auf den zweiten Blick kaum einen Unterschied sieht. Die Veränderungen sind nicht nur optisch überschaubar, wie uns der letzte außerhalb der M-Modelle verbleibende Benzin-Sechsender 340i als Ablösung des 335 i beweist
- Stefan Grundhoff
München, 17. Juli 2015 – Die BMW-Verantwortlichen müssen sich der Qualitäten ihres Mittelklassemodells überaus bewusst sein. Anders sind die nur winzigen Auffrischungen beim 3er BMW kaum zu erklären. Neben dem Basismodell gibt es nun mit den Versionen Advantage, Sport Line, Luxury Line und M Sport vier weitere Ausstattungsvarianten. Durchsichtiger wird die Auswahl dadurch nicht und die endlose Sonderausstattungsliste nicht dünner.
Den zwei Liter großen Commonraildiesel gibt es als 316d bis 325d mit einem Spektrum von 116 bis 218 PS. Die beiden Sechszylinder spielen als 330d und 335 mit 258 bzw. 313 PS auf. Selbst das Topmodell 335d xDrive mit Automatik soll gerade einmal 5,4 Liter Diesel verbrauchen. Die Volumendiesel 318d / 320d geben sich sogar mit rund vier Litern zufrieden. Eindrucksvolle Werte.
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(Bild: BMW (alle))
Der Vierzylinder 330i ersetzt den 328er und holt seine 252 PS unverändert aus zwei Litern Hubraum. Der BMW 318i mit 136 PS soll ab sofort als Dreizylinder einen Normverbrauch von 5,1 Litern erreichen. Nur noch ein Sechszylinder-Ottomotor – nun 326 statt wie bisher 306 PS stark – wird künftig angeboten, wahlweise mit Hinterrad- oder Allradantrieb.
Außer den M-Varianten ist es nur noch dieser 340i, der noch größere Emotionen wecken kann, allein schon wegen des Sechszylinder-Klangs. Die Fahrwerksabstimmung ist in den verschiedenen Modi eine Klasse für sich. Dass sich BMW das adaptive Fahrwerk bei allen Modellen mit 1100 Euro extra bezahlen lässt, ist ein teures Vergnügen, das insbesondere Flottenkunden die Wahl erschweren wird.
Deutlich sparsamer
Der 340er schiebt mächtig an. Die Achtgang-Automatik von ZF arbeitet dabei so perfekt, dass man keinen Gedanken daran verschenkt, zur manuellen Sechsgang-Variante zu wechseln oder zu hoffen, dass ZF hier beizeiten weitere Gangstufen nachlegt. In dieser Leistungsklasse gibt es zudem gute Gründe, die üppige Motorleistung von 450 Nm Drehmoment zwischen 1380 und 5000/min mit einem Allradantrieb zu kombinieren. Der aufgeladene Dreiliter macht Laune, erlaubt jede Gangart und passt perfekt in den viertürigen Dreier. Doch wirklich spürbar sind die Unterschiede zum bisherigen 335i mit 306 PS nicht. Die Fahrleistungen sind mit 0 auf Tempo 100 in 5,1 Sekunden und der abgeregelten Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h nur marginal besser, der Durst reduziert sich mit 6,5 Litern (152 g CO2) dagegen deutlich. Selbst die optionale Allradversion kommt auf dem Papier mit weniger als sieben Litern aus.