Ampelphase auf dem Autodisplay

Ein Start-up hat ein System entwickelt, das Fahrern zeigt, wie lange sie noch aufs GrĂĽnsignal warten mĂĽssen. Es kommt als erstes in BMWs zum Einsatz.

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Ein Start-up hat ein System entwickelt, das Fahrern zeigt, wie lange sie noch aufs GrĂĽnsignal warten mĂĽssen. Es kommt als erstes in BMWs zum Einsatz.

Wann springt die Ampel um? Lohnt es sich noch, den Motor abzustellen? Für diese Fragen, die sich Fahrer insbesondere im Stadtverkehr regelmäßig stellen, hat das US-Startup Connected Signals eine App namens EnLighten vorgestellt. Sie zeigt dem Automobilisten an, wie lange die aktuelle Ampelphase noch dauert, was dieser dann gleich in sein Fahrverhalten einbauen kann.

Anders als bei ähnlichen Projekten gibt es dabei keine direkte Kommunikation zwischen der einzelnen Ampel und dem jeweiligen Auto – das wäre auch technisch sehr aufwändig und teuer. Stattdessen bezieht die Software ihre Daten aus dem Verkehrsmanagementsystem der jeweiligen Städte, das die Lichtsignalanlagen steuert.

EnLighten funktioniert auf dem Display von BMW-Fahrzeugen mit iDrive-Technik.

(Bild: BMW)

Die Positionierung des Fahrzeugs per GPS sagt dem EnLighten-Programm, vor welcher Ampel das Auto gerade steht. Das soll auch in Innenstadtbereichen genau genug sein, da die Satellitendaten auf aktuellen Smartphones wie dem iPhone durch WLAN-Standortinformationen angereichert werden.

Die praktische Nutzung von EnLighten ist einfach: Ein grüner Pfeil signalisiert dem Fahrer auf dem Handydisplay, dass er mit der aktuellen Geschwindigkeit die Grünphase noch erwischt. Bei einem roten Pfeil kann er den Wagen entspannt ausrollen lassen – und spart dabei Benzin.

Momentan ist der Dienst allerdings nur in einigen US-Städten sowie in Australien und Neuseeland verfügbar.

(Bild: BMW)

Noch komfortabler ist es, wenn die App nicht nur isoliert auf dem Smartphone läuft, sondern mit dem Auto verbunden ist. Dann erkennt sie unter anderem auch, ob ein Blinker gesetzt ist, und zeigt nur die für die jeweilige Spur zuständige Ampel an. Das geht derzeit allerdings ausschließlich mit BMW-Fahrzeugen. Mit dem bayerischen Automobilhersteller hat sich Connected Signals in den USA zu einer Partnerschaft zusammengetan. EnLighten erscheint auf BMWs mit dem modernen iDrive-System dann auch auf dem im Auto verbauten Bildschirm.

Im Rahmen eines Projekts des US-Verkehrsministeriums funktioniert die Technik von Connected Signals bereits bei 2.000 Ampeln in Portland, Eugene, Provo, Ogden, Las Vegas, Arcadia, Walnut Creek und Salt Lake City. In der neuseeländische Metropole Christchurch ist es ebenfalls installiert.

iDrive-Oberfläche mit EnLighten-Anwendung.

(Bild: BMW)

Betatests laufen außerdem im australischen Melbourne und in Garland, Texas. Ob EnLighten nach Europa kommt, ist noch unklar – dies hängt von den Verhandlungen mit den jeweiligen Betreibern des Verkehrsmanagementsystems ab.

Connected Signals wirbt bei Stadtverwaltungen unter anderem mit genaueren Verkehrsdaten – die Nutzer der Apps willigen nämlich ein, dass ihre Bewegungsinformationen anonymisiert gesammelt werden, wie man dies bereits von Navi-Apps wie TomTom oder Navigon kennt. Dies soll ein besseres Staumanagement erlauben und öffne neue Anwendungsideen in der Zukunft, so das Start-up. Dazu gehören Anreize, CO2-Ausstoß, Benzinverbrauch und die Nutzung besonders stark belasteter Stadtteile zu reduzieren. (bsc)