Kein Gläubigerschutz für Lernout & Hauspie

Das Gericht lehnte den beantragten Gläubigerschutz auf Grund des Fehlens korrekter und genauer Geschäftszahlen ab.

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  • dpa

Der Spezialist für elektronische Spracherkennungssysteme, Lernout & Hauspie im belgischen Ypern, erhält nicht den beantragten Gläubigerschutz. Diese Entscheidung wurde am Freitag vom Handelgericht in Ypern getroffen. Die Richter begründeten ihren Spruch mit dem Fehlen von korrekten und genauen Zahlen. Auch in den USA hat das Unternehmen Antrag auf Gläubigerschutz eingereicht.

Das Unternehmen befindet sich seit Wochen in finanziellen Turbulenzen. Vier Banken forderten von der Software-Firma Kredite von mehr als 400 Millionen US-Dollar zurück. Deutsche Bank, Fortis Bank, KBC Bank und Artesia erklärten, dass sie nicht mehr an die Bonität des Unternehmens glaubten. Sie vermissten einen überzeugenden Sanierungsplan.

Lernout & Hauspie werden Fehler und Unregelmäßigkeiten in seinen Bilanzen vorgeworfen. In einer koreanischen Tochter des Unternehmens sollen rund 100 Millionen US-Dollar verschwunden sein. Die Aktienkurse waren in den vergangenen Wochen in den Keller gerutscht und dann vom Handel ausgesetzt worden. Noch im Mai und Juni dieses Jahres hatte Lernout & Hauspie die beiden Unternehmen Dictaphone und Dragon Systems gekauft. (dpa) / (jk)