Volvo: Erste autonome Autos sollen nicht als solche erkennbar sein
Volvo will ab 2018 autonome Autos auf den Straßen Londons testen, andere Verkehrsteilnehmer sollen die aber nicht auf einen Blick erkennen. So soll verhindert werden, dass die Reaktionen selbstfahrender Autos durch gefährliche Fahrmanöver geprüft werden.
(Bild: Volvo)
Wenn Volvo im Jahr 2018 tatsächlich die ersten autonomen Autos auf britischen Straßen fahren lässt, werden die nicht besonders gekennzeichnet. So solle verhindert werden, dass Autofahrer die vermeintlich immer regelkonform fahrenden Autos gezielt herausforderten, erklärte Entwicklungsleiter Erik Coelingh von Volvo laut einem Bericht des Guardian. Er sei ziemlich sicher, dass andere Fahrer beispielsweise harte Vollbremsungen vor autonomen Autos durchführen oder sich denen direkt in den Weg stellen würden. Das hatte erst kürzlich auch eine Studie nahegelegt, in der die Einstellung von Autofahrern zu autonomen Autos untersucht wurde.
In einer Onlineumfrage waren von der London School of Economics insgesamt 12.000 Bürger in elf europäischen Staaten befragt worden. Demnach freuten sich vor allem eher "streitlustige" Autofahrer auf autonome Autos, da sie die als Möglichkeit sehen würden, öfter den eigenen Vorteil durchsetzen zu können. So könne man die beispielsweise immer ungestraft schneiden oder überholen, da sie sich durchgehend an die Regeln halten müssen. Fahrer, die das Miteinander auf der Straße dagegen eher als soziale Aktivität empfinden, sehen den Wechsel zu autonomen Fahrzeugen demnach eher mit Sorge.
Tests unter realen Bedingungen
Der schwedische Autobauer Volvo verhandelt derzeit mit den zuständigen britischen Behörden die Modalitäten eines Tests autonomer Autos auf Londons Straßen – nachdem eine erster Test in Göteborg schon für 2017 geplant ist. Teilnehmern würde dann ab 2018 von ihrem Auto beispielsweise angeboten werden, die Kontrolle auf bestimmten Strecken zu übernehmen. Nur auf echten Straßen könne man den Umgang der autonomen Autos mit unvorhergesehenen Ereignissen testen. Am liebsten würde Coelingh demnach auch einige autonome Autos als solche kennzeichnen, um wirklich herauszufinden, ob die anderen Autofahrer unterschiedlich reagieren. Aber man bleibe lieber auf der sicheren Seite. (mho)